Talis 2025
106 sprechen und diskutieren (Bürgerbeteiligung). Es müssten Baurecht geschaffen (Bauleitplanung) sowie die Projekte ge- plant, ausgeschrieben und überwacht werden. Herausforderung sozialer Wohnungsangebote Doch es gibt auch weitere wichtige Themen für den urbanen Wohnungsbau. Steigende Mietpreise und die Verdrängung einkommensschwacher Haushalte aus den Innenstädten sind laut Expertenmeinung deutschlandweit eine große Heraus- forderung. Während einige Städte mit privaten Investoren zusammenarbeiten, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, setzen andere auf neue Wohnkonzepte oder die bereits ange- sprochenen Umnutzungen. „In der Tat gibt es leider wenige oder sagen wir zu wenige Ansätze, um der Nachfrage nach Wohnraum Herr zu werden. Eine Lösung ist, dort wo es mög- lich ist, Gebäude aufzustocken und damit mehr Wohnungen zu schaffen“, sagt der Obmann für Städtebau und Landespla- nung für das Präsidium des VfA. Aus Gesprächen mit leiten- den Personen in großenWohnungsbaugesellschaften wisse er, dass einerseits zu eng gefasste Förderrichtlinien, aber anderer- seits auch einige Bestimmungen hinsichtlich des energetisch günstigen Bauens die Schaffung preiswertenWohnraums aus- bremsten und auch schon in der Vergangenheit ausgebremst haben, als der Bauboom bis 2021 noch in vollem Gange war. Hier werde die Vereinigung freischaffender ArchitektInnen Deutschlands versuchen, auf höherer Ebene Ansätze in die Politik einzubringen, und gemeinsam mit der Politik nach Lö- sungswegen suchen. In der Stadt Sonthofen, in der Jürgen Rauch für eine Legis- laturperiode Leiter der Bauverwaltung und berufsmäßiger Stadtrat war, konnte er mit seinem Team durch städtebauliche Verdichtung in wenigen Jahren mehrere hundert neue Woh- nungen (auf die Einwohnerzahl von 21.600) neu errichten oder ihre Errichtung durch Bebauungspläne und weitere Baurecht- schaffung (z. B. nach § 34 Baugesetzbuch) ermöglichen. „Diese Wohnungen wurden zu einem großen Teil bereits errichtet und über hundert Wohnungen werden in der nächsten Zeit noch entstehen“, berichtet der freischaffende Architekt und Stadt- planer, der stolz ist, damit einen Beitrag für die Wohnungsver- sorgung in einem wirtschaftlich nach wie vor erfolgreichen Teil Deutschlands geleistet zu haben. Gute Praxisbeispiele deutschlandweit Auf der Website „Nationale Stadtentwicklung“ des Bundes- ministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen werden als Praxisbeispiele für bezahlbares und zukunftsfähi- ges Wohnen einige Projekte genannt, darunter Gutleutmat- ten-Ost bei Freiburg. Dort ist auf einer ehemaligen Kleingar- tensiedlung ein Neubauquartier entstanden, das sich durch einen besonders sozial gemischten, integrativen Ansatz mit geförderten Mietwohnungen, anspruchsvolleren Eigentums- wohnungen und gemeinschaftlichen Wohnformen für beson- dere Zielgruppen auszeichnet. Um dies zu realisieren, wurde ein Großteil der Grundstücke der Freiburger Stadtbau zuge- schlagen, der Rest wurde über Konzeptvergabe an Wohnungs- unternehmen und Baugruppen vergeben, wobei die Vorgabe Dr.-Ing. Jürgen Rauch plante und baute viele U-Bahn-Projekte (u. a. Mitwirkung an der Erneuerung der Linie 1 in Paris), die den automatischen und fahrerlosen Einsatz von Schienenfahrzeugen ermöglichen. Dabei sind Bahnsteigtüren und insbesondere flexible Bahnsteigtüren, die das Halten unterschiedlicher Schienenfahrzeuge in einer Station gewährleisten, ein wichtiges Ele- ment. Auf diesem Rendering ist ein Projekt zum Einbau von Bahnsteigtüren auf dem U-Bahnhof Lehel, München, zu sehen. Die Funktionalität der Stadt im Fokus PROJEKTE & KONZEPTE
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2MTgy