Talis 2025

109 Besucherzielgruppe im Blick „Wir kennen unsere Gäste relativ gut. Das sind in erster Linie Familien mit Kindern, aber auch Gruppen von Jugendlichen und Erwachsenen, die Action-reiche Attraktionen erleben wollen. Deshalb haben wir einen Fahrplan, wann wir für welche Ziel- gruppe etwas bauen. Dieser bestimmt dann auch die Art der neuen Attraktionen“, erläutert Patrick Marx. Er weiß, dass es gar nicht so einfach ist, eine beliebte, aber in die Jahre gekommene Attraktion ab- oder umzubauen, da seitens der Besucher oft vie- le Erinnerungen damit verbunden sind. „Obwohl wir auf Familien fokussiert sind, sind unsere High- lights unsere 14 Achterbahnen. Es gibt nur wenige Freizeitparks weltweit, die mehr Achterbahnen haben“, betont Noel Ebhart von der Unternehmenskommunikation des Europa-Parks. Eine sehr beliebte Schlüsselattraktion ist seit 2017 der Flugsimu- lator Voletarium, bei dem die Besucher in einer Gondel sitzen und über Europa fliegen. Hinzu kamen ab 1982 angefangen mit Italien die Themenbereiche, die jungen und jung gebliebenen Be- suchern einzigartige Momente bescheren und in die vielfältige europäische Kultur entführen. Landestypische Gebäude „Gerade wenn solche Themenbereiche entstehen, in denen wir viel mit Klischees spielen, ist es wichtig, dass die Gebäude ty- pisch für das jeweilige Land sein sollen. Ein Haus im Freizeitpark ist kein normales Gebäude. Wir haben hier einen ganz anderen Fokus“, sagt Patrick Marx. Er verdeutlicht: „Das Haus muss schön aussehen, den Themenbereich verkörpern und zugleich eine Geschichte erzählen. Das heißt, wir bauen perfekte neue Gebäude mit moderner Technik, die aber so aussehen müssen, als würden sie seit 200 Jahren in Kroatien stehen. Dafür braucht man spezielle Skills, spezielle Erfahrungswerte. Deshalb ist un- sere Bauabteilung eigentlich kein normales Architekturbüro, kein normales Bauunternehmen. Wir haben keinen normalen Bauleiter, sondern Kollegen, die sich auf genau diese Art des Bauens spezialisiert haben.“ Ein Beispiel dafür ist der im vergangenen Jahr neu eröffne- te Themenbereich Kroatien, in dem sich der 1.385 Meter lange Multi Launch Coaster Voltron Nevera von einem 28 Meter hohen Turm aus durch ein altes kroatisches Wasserkraftwerk schlän- gelt. „Wenn es darum geht, eine Achterbahn in ein Gebäude zu verfrachten, dann brauchen wir Fachkräfte, die einfach wissen, was zu beachten ist, weil dann noch mal ganz andere Normen und Richtlinien dazukommen, die es im normalen Gebäude gar nicht gibt“, berichtet Patrick Marx. Hausintern wurde von der Bau- und Entwicklungsabteilung der Themenbereich Kroatien konzeptioniert, Mack Rides plante und berechnete die Anlage dann im Detail und gestaltete die Achterbahn nachWünschen des Europa-Parks. Da es sich um ein Stammhaus handelt, stehen die Entwicklungsabteilungen bei- der Geschäftsbereiche im engen Austausch und versuchen stets an die Grenzen des momentan Machbaren zu gehen, um den Besuchern das zu bieten, was kein anderer Freizeitpark hat. So eben auch mit der Coaster-Neuheit Voltron, die neue Maßstäbe im Achterbahnbau und unvergleichlichen Nervenkitzel bietet: „Voltron Nevera vereint zahlreiche neuartige Elemente: Mit sie- ben Inversionen, vier Launches, 2,2 Sekunden Schwerelosigkeit am Stück und demWeltrekord mit dem steilsten Launch von 105 Grad bietet die neue Achterbahn ein intensives Fahrerlebnis, das weltweit einmalig ist“, schwärmt Patrick Marx. Als neue Fami- lienattraktion anlässlich des diesjährigen Jubiläums können die Parkbesucher den ersten eigenen Europa-Park-Kinofilm erleben und sich passend dazu auf einen interaktiven Darkride begeben. Da weltweit nicht viele Freizeitparks größer als der Euro- pa-Park sind, kommen viele Parkbetreiber alle zwei Jahre in Rust vorbei, um zu schauen, was es bei Mack Rides und im Park Neues gibt, oder um nach der Werksbesichtigung die Fahrge- schäfte selbst auszuprobieren. „In der Regel melden sich diese Freizeitparks, Teil 1 – Europa-Park Rust PROJEKTE & KONZEPTE Kurzvita Patrick Marx Patrick Marx absolvierte eine Ausbildung zum Technischen Zeich- ner, bevor er ein Maschinenbau-Studium begann und dieses als Ba- chelor of Science abschloss. Seit 2015 ist er im Europa-Park zustän- dig für neue Attraktionen und seit 2018 Head of New Development & Masterplanning. Zu seinen bisher größten Projekten gehören das Flying Theater „Voletarium“, die Dunkelachterbahn „Eurosat Can Can Coaster“ sowie die Thrill-Achterbahn „Voltron Nevera“.

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