Talis 2025
121 gewachsen. Hierbei ist jede Position mindestens doppelt be- setzt. Dies bildet ein Sicherheitsnetz, das Ausfälle auffängt und Urlaubszeiten – ohne berufliche Störung – entspannt gestaltet. „Ausreichende Erholung ist einfach wichtig für eine langfristige Leistungsfähigkeit, und je länger wir gute Mitar- beitende halten, desto wertvoller werden sie“, sagt hierzu Christina Bleßmann. Vom Revit-basierten Zeichenteam über Ausschreibungs- und Buchhaltungsprofis bis hin zu BIM-Bera- tern und IT-Verantwortlichen ist das Büro professionell aufge- stellt. „Unsere Mitarbeitenden arbeiten in den Bereichen und Leistungsphasen, die ihnen liegen – das steigert die Qualität und Motivation“, erklärt Rolf Henke. Hiernach wurden die Mit- arbeiter ausgewählt und auch regelmäßig über Schulungen spezialisiert. Ergänzend zum eigenen Team arbeitet die Bürogemein- schaft gerne auch mit Partnern zusammen, vor allem Kälte- planern und Beratern. „Im Bereich der Kältetechnik gehen wir konsequent den Weg, dass wir mit einem freien Fachplaner zusammenarbeiten, der nichts verkaufen will, sondern die rei- ne Planung bringt, was in unserer Branche selten ist. Zudem haben wir in unserem Netzwerk Berater, die Betriebsprozes- se optimieren und sowohl kaufmännische als auch operative Dinge in einem laufenden Betrieb im Blick haben“, fügt Rolf Henke hinzu. Komplexität beherrschen – Planung braucht Spezialisten Für ihn ist die Küche die höchst verdichtete Installationsflä- che im Gebäude: Sie sei eine der komplexesten technischen Zonen – vergleichbar mit Laboren oder OP-Bereichen. Ob Brandschutz, Hygiene, Lüftung oder Medienversorgung – al- les müsse auf engstem Raum perfekt ineinandergreifen. Hin- zu komme, dass die Küchenplaner mit nahezu allen am Bau Beteiligten eine Schnittstelle hätten, sogar zum Garten- und Landschaftsbau, wenn es um Anlieferungsflächen gehe. Hier sei dann das digitale Arbeitenmit Revit ein klarer Vorteil.Wenn Rolf Henke und Christina Bleßmann mit ihrem Team den Aus- führungsplan mit den technischen Legenden erstellt haben, können sie sich bei den Besprechungen mit den anderen Be- teiligten entspannt zurücklehnen, da vom Energiebedarf bis hin zu den jeweiligen Anschlussstellen alles im Plan enthalten ist. Änderungen wären zudem sofort für alle Planungsbeteilig- ten sicht- und nachvollziehbar. „Die Voraussetzung ist jedoch, dass alle mit kompatibler Software arbeiten. Wenn es über irgendwelche Austauschschnittstellen funktionieren soll, dann fängt es schon an, schwierig zu werden“, sagt Christina Bleßmann. Sie rät daher, dass sich alle an einem Projekt Betei- ligten nicht nur fachlich austauschen, sondern auch darüber sprechen, mit welchen Programmen die einzelnen Parteien ar- beiten und einheitliche Schnittstellen festlegen. In den frühen Leistungsphasen haben die Großküchenpla- ner einen sehr hohen Abstimmungsbedarf mit dem Hochbau. Hierbei gehe es um Raumbezüge und -funktionen. „Die Groß- küche ist zwar häufig nicht die zentrale Aufgabe des Gebäudes. Doch ihr kommt eine wichtige Schlüsselfunktion zu und oft- mals müssen exponierte Bereiche damit verbunden werden“, sagt Rolf Henke und nennt als Beispiel ein Betriebsrestaurant, das im Eingangsfoyer untergebracht wird, während sich Küche und Lager jedoch in einem anderen Stockwerk befänden. Großküchenplaner frühzeitig einbinden Der Großküchenplaner würde sich wünschen, dass Archi- tekten zu einem frühen Zeitpunkt der Gebäudeplanung die hochgradig spezialisierten Küchenplaner in ihr Projekt ein- beziehen. Zu oft haben Bleßmann und Henke schon die Erfah- rung gemacht, dass ihr Büro erst am Ende der Leistungsphase drei angefragt wurde, um Daten für den TGA-Planer zu liefern Großküchen und Verpflegungskonzepte PROJEKTE & KONZEPTE Kurzvita Christina Bleßmann Christina Bleßmann studierte an der Fachhochschule Nordostnie- dersachsen in Buxtehude Bauingenieurwesen. Im Anschluss sam- melte die Diplom-Ingenieurin in norddeutschen Planungsbüros im Hochbau und in der Großküchenplanung Berufserfahrung. Seit 2016 ist sie Geschäftsführerin bei „Das IfG Ingenieurbüro für Groß- küchen GmbH & Co KG“ in Kalbe. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Großküchenkonzeption und Entwicklung, bei öffentlichen Planungs- und Ausschreibungsprozessen sowie bei den Planungen von Schulen und Mensen. Darüber hinaus ist Christina Bleßmann ordentliches Mitglied im Verband der Fachplaner Gastronomie – Hotellerie – Gemeinschaftsverpflegung (VdF) und Mitglied der In- genieurkammer Niedersachsen.
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