Talis 2025

11 auch komplexe und sinnstiftende Projekte mit großem gesell- schaftlichen Nutzen auf sie. In der Wasserwirtschaft können sich Berufseinsteiger aktuell eine Anstellung unter zahlreichen Jobangeboten aussuchen, da spezialisierte Fachkräfte sowohl im öffentlichen als auch im privatwirtschaftlichen Bereich ge- sucht würden, betont auch Daniel Bachmann, der an der Hoch- schule Magdeburg-Stendal die Professur für Hydromechanik, hydrodynamische Modellierung und Hochwasserrisikoma- nagement im FachbereichWasser, Umwelt, Bau und Sicherheit innehat und zudem für die Öffentlichkeitsarbeit beim Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kultur- bau zuständig ist. Vielseitige Betätigungsfelder gibt es im Rahmen der Bau- wende auch für Innenarchitekten. Hier zählt der Bund deut- scher Innenarchitektinnen und Innenarchitekten (bdia) auf: „Die Kernkompetenzen der Innenarchitekten liegen darin, Po- tenziale von Bestandsimmobilien zu erkennen, zu nutzen und aufzuwerten. So kann durch die Einbindung von Innenarchitek- ten für die Umnutzung von Leerständen, die Modernisierung von Wohnungen, die Revitalisierung von Quartieren und die Integration von neuen Nutzungen in bestehende Strukturen ein großer Mehrwert geschaffen und das Bauen der Zukunft vorangetrieben werden.“ Experten werden gerade auch für zu- kunftsträchtige Themen, wie in den Bereichen zirkuläres Bauen und Lebenszyklusbetrachtung, Health und Care, Schul- und Bildungsbauten, Umnutzungen zu Wohnraum oder New Work benötigt. Karriereweg nach eigenen Vorlieben wählen Doch welcher ist nun der erste Schritt, um sich für ein Büro oder einen Schwerpunkt zu entscheiden? Bereits im Studium werden undwurden den angehenden Architekten und Bauinge- nieuren fundierte Kenntnisse vermittelt. Diese bilden ein gutes Grundgerüst für den späteren Arbeitsalltag. Im Studium, aber gerade auch im Rahmen von Praktika stellt sich bald heraus, wo die eigenen Interessen liegen und welche Stärken und Vor- lieben der Berufseinsteiger mitbringt. Gemäß demMotto „Fol- ge deiner Leidenschaft und tue das, was du gut kannst und dir Spaß macht“ sollte man erste Berufserfahrungen sammeln. In der Praxis wird sich zeigen, wo es Defizite gibt, die durch Wei- terbildungen oder Praxiserfahrung ausgeglichen werden müs- sen. Nicht umsonst raten erfahrene Kollegen den Berufsan- fängern, gerade in der Baubranche neugierig zu bleiben, sich ständig weiterzubilden, Bekanntes zu hinterfragen oder auch mal einen unkonventionellen Weg zu gehen. Für die Zusam- menarbeit mit Kollegen ist es unabdingbar, kommunikations­ stark und flexibel zu sein. Von den erfahrenen Kollegen können die Berufseinsteiger viel Praktisches lernen, ihnen umgekehrt aber auch den neuen Forschungsstand vermitteln. „Was heute gebaut wird, prägt das Leben von morgen – oft über Jahrzehnte. Wer gestaltet, sollte daher ein ausgeprägtes Gespür für die Bedürfnisse der Menschen haben, die sich in die- sen Räumen bewegen und in ihnen leben. Gleichzeitig müssen Umweltaspekte, Ressourcenschonung – materiell wie finanzi- ell – und zukünftige Anpassungsfähigkeit mitgedacht werden. Die hohe Kunst liegt im Ausgleich von Funktionalität, Ökolo- gie und Wirtschaftlichkeit“, betont Steffen Opitz hinsichtlich der Qualifikationen und Zusatzkenntnisse, die heute von den angehenden Architekten und Bauingenieuren gewünscht sind. „Darüber hinaus wird digitales Arbeiten immer wichtiger: Wer effizient arbeiten will, muss sich mit BIM, GIS-, CAD- und Mo- dellierungs-Software auskennen und auch wissen, inwieweit KI-Tools die alltägliche Arbeit unterstützen können“, analysiert Daniel Bachmann. Öffentlicher Dienst oder Privatwirtschaft Oftmals stehen junge Architekten und Bauingenieure vor der Alternative, ob sie sich für eine Stelle im öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft entscheiden sollen. Ausschlagge- bend sollte sein, was von einemArbeitsplatz erwartet wird und Ansprüche und Fähigkeiten ALLES AUF ANFANG Kurzvita Daniel Bachmann Prof. Dr.-Ing. Daniel Bachmann studierte von 1998 bis 2003 – inklusive eines Auslandssemesters an der École nationale des ponts et chaussées (ENPC) in Paris – an der Fakultät für Bauinge- nieurwesen der RWTH Aachen University, schloss sein Studium als Diplom-Ingenieur ab und promovierte dort im April 2012. Von November 2003 bis Juli 2014 war Daniel Bachmann wissenschaft- licher Mitarbeiter (Hochwasser und Grundwasser) am Lehrstuhl und Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aa- chen University, bevor er im Anschluss noch zwei Jahre lang als leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter (Hochwasser) tätig war. Von August 2014 bis August 2018 arbeitete Daniel Bachmann als Beratungs- und Forschungsingenieur in der Abteilung „Hoch- wasserrisikomanagement“ bei Deltares in Delft, Niederlande. Seit September 2018 hat er die Professur für Hydromechanik, hydrodynamische Modellierung und Hochwasserrisikomanage- ment an der Hochschule Magdeburg-Stendal (University of Ap- plied Sciences) inne.

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