Talis 2025
12 was der Bewerber bereit ist, dafür zu geben: In der Privatwirt- schaft, vor allem wenn sich die Berufseinsteiger für ein großes Unternehmen oder eine wirtschaftsstarke Region entscheiden, können Architekten und Bauingenieure mehr verdienen als im öffentlichen Dienst. Dafür müssen sie aber auch mehr Leis- tungsdruck und weniger Sicherheit in Kauf nehmen. Gemäß Lohnspiegel.de, einer Website des Wirtschafts- und Sozialwis- senschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Architekten bei 3.390 Euro im Monat. Mit durchschnittlich 4.080 Euro verdienen Bauingenieure etwas mehr. Bei beiden Berufsgruppen ist zu be- rücksichtigen, dass Männern nach wie vor mehr als Frauen ge- zahlt wird und die Löhne im Westen besser sind als im Osten. Wer sich für einen Arbeitsplatz bei einer Behörde entscheidet, verdient im Schnitt zwar etwas weniger als in der Privatwirt- schaft, profitiert hier allerdings vom attraktiven Gesamtpaket aus Sicherheit, Zusatzleistungen und Work-Life-Balance. Doch neben dem Verdienst ist es auch wichtig, zu schauen, welches Arbeits- und Themenspektrum der neue Arbeitsplatz abdeckt: Während in kleineren Büros die Nachwuchskräfte bei allen anfallenden Aufgaben mitarbeiten können, sind sie in größeren Büros häufig nur für einen bestimmten Leistungs- bereich zuständig. Hier bietet sich dafür häufig die Chance, an internationalen Projekten mitzuarbeiten oder vielleicht auch bürointern an einem Standort imAusland Erfahrungen zu sam- meln. „Wer etwas mehr unterwegs sein möchte, sollte sich die Privatwirtschaft aussuchen, geregelte Arbeitszeiten und Arbei- ten vor Ort sind eher im öffentlichen Dienst angesagt. Um dort gute Aufstiegschancen zu haben, muss man ein Referendariat absolvieren. In der freienWirtschaft empfiehlt es sich, im Inge- nieurbüro anzufangen und Baustellenerfahrung zu sammeln“, rät Daniel Bachmann. Er selbst habe im Zuge seiner Diplomar- beit und im Rahmen seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher As- sistent festgestellt, dass er später ebenfalls wissenschaftlich arbeiten und mehr in die Tiefe gehen möchte. So kristallisierte sich für ihn der Weg in Richtung Forschung und Lehre heraus, obwohl er ursprünglich geplant hatte, in die freieWirtschaft zu gehen. Perspektive Selbstständigkeit Es kommt meistens anders als geplant – diese Bilanz ziehen viele erfahrene Berufskollegen und empfehlen Berufseinstei- gern daher, sich zu überlegen, wo sie in fünf Jahren stehen wollen. Nach dieser Zeit zeigt sich in der Regel sehr genau, in welchem Arbeitsbereich man langfristig tätig sein möchte, für welchen Bereich man sich spezialisieren will und ob man sich möglicherweise selbstständig macht. Wer sich für die Selbstständigkeit entscheidet, kann dies als Generalist oder als Spezialist tun. Dann stellt sich auch die Frage, ob man allein, mit einem Partner oder in größerer Ge- Ansprüche und Fähigkeiten ALLES AUF ANFANG
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