Talis 2025
94 Effizienter und reibungsloser Datenaustausch Im Architekturbüro gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, das derzeit an neun Standorten weltweit vertreten ist, wird Building Information Modeling (BIM) seit über zehn Jahren eingesetzt, um Transparenz in der Planung und eine kooperative, datenbasierte Projektsteuerung zu gewährleisten. Damit ist zudem die fortlaufende Optimierung der Planung möglich. Ein Einblick in die Praxis. W ir haben ein eigenes standortübergreifendes BIM- Team, das sich um die Weiterentwicklung der BIM-Werkzeuge kümmert, um einen nahtlosen Datenaustausch zwischen Projektpartnern zu gewährleisten, dadurch Fehler zu reduzieren, Kosten zu senken und Abläufe zu verbessern“, sagt Andreas Dieckmann, Associate Director BIM am Berliner Standort von gmp, und zählt weitere Vortei- le auf: „Die Visualisierungsmöglichkeiten der Modelle verbes- sern die Nachvollziehbarkeit des Entwurfs und erhöhen das gemeinsame Verständnis im Projekt. Sie erläutern Raumwir- kungen und -qualitäten, können aber gleichzeitig auch zur Visualisierung aller Daten im Modell genutzt werden: Welche Räume sind öffentlich oder nicht öffentlich? Für welche Bau- teile gelten Brandschutzanforderungen?“ Ergänzend dazu merkt Lukas Jasper Kühn, Chief BIM Specialist am Hamburger Standort von gmp, an: „Die Kommunikation am Modell stärkt die Zusammenarbeit und die computergestützten Modellprü- fungen formalisieren und verbessern die Koordination. Insbe- sondere bei größeren oder besonders komplexen Bauprojekten ist eine eindeutig definierte Datenquelle für alle das Bauwerk betreffenden Informationen ein unschätzbarer Vorteil, da da- durch viele Missverständnisse vermieden werden können.“ Die BIM-Methode bietet zudem die Möglichkeit, die Ökobilanz und den Gebäuderessourcenpass für ein Projekt zu erstellen. Bis- lang verzichte jedoch die Bauherrschaft bei vielen Projekten auf dieses Potenzial. Bei den Architekten von Gerkan, Marg und Partner sieht man BIM als eine Planungsmethode, die durch bürointerne Standards mit Leben gefüllt und dann auch gelebt werden muss. Daher hat das BIM-Team über die Jahre hinweg Modellie- rungsregeln und Bauteilnomenklaturen sowie Workflows und Prozesse entwickelt, die in einem umfangreichen BIM-Wiki für alle Mitarbeitenden dokumentiert sind. Diese Bürostandards werden nach Feedback aus der Planung kontinuierlich wei- terentwickelt. Kommunikationstools wie eine wöchentliche BIM-Koordinationsrunde, ein Ticketsystem und ein BIM-Revit- Chat bilden nicht nur strukturierte Kanäle für den Projektsup- port, sondern sorgen für einen regelmäßigen Austausch mit BIM in der Praxis DIGITALISIERUNG & KI BIM bietet auch die Möglichkeit einer präzisen Evaluierung nach Abschluss eines Projekts. Planungsänderungen können detailliert nachverfolgt werden. Darüber hinaus kann das Monitoring des Planungsprozesses zur Optimierung der Workflows genutzt werden.
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2MTgy