Talis 2026

28 Öffentlicher Dienst EINFACH LOSLEGEN Andrea Fricke leitet heute die Abteilung Hochbau amStaatlichen Bauamt München II und verantwortet dort die Bauprojekte der Ludwig-Maximilians-Universität. In ihrer Funktion führt sie ein Team von zehn Pro- jektleitungen, vertritt den Bauherrn bei kom- plexen Vorhaben und ist zentrale Ansprech- partnerin für baurechtliche Fragestellungen sowie Personalthemen. Ihr beruflicher Weg begann mit einem Architekturstudium in Weimar und München. Anschließend sam- melte Andrea Fricke mehrere Jahre Erfah- rung in Münchner Architekturbüros, vor al- lem in der Planung öffentlicher Bauten wie Kindergärten und Schulen. Später speziali- sierte sie sich in einem weiteren Büro auf die Fachplanung von Museumsdepots. Dies war eine Tätigkeit, die den intensiven Austausch mit Nutzern und Bauverwaltungen bundesweit mit sich brachte. „Die Qualität eines Projekts hängt maßgeblich davon ab, wie kompetent die Bauherrenseite aufgestellt ist“, sagt Andrea Fricke. Der Wunsch, genau dort Verantwortung zu überneh- men, führte sie nach rund acht Jahren Berufserfahrung ins Baureferendariat. Denken in Zusammenhängen Ausschlaggebend war für sie der interdisziplinäre Ansatz der staatlichen Zusatzqualifikation: „Architekten und Bauingenieure arbeiten hier eng mit Fachrichtungen wie Städtebau, Maschinenwesen, Elektrotechnik, Straßenbau und Wasserwirtschaft zusammen. Ergänzt wird dies durch Exkursionen und Seminare, die meinen Berufsalltag bis heute prägen“, schildert Andrea Fricke ihre Erfahrungen. Sie erlebte, wo Schnittstellen in einem Projekt liegen, wie entscheidend Zusammenarbeit für den Projekterfolg und wie wichtig ein gu- tes Netzwerk über Fachgrenzen hinweg für den Berufsalltag ist. Darüber hinaus habe das Baureferendariat auch ihre persönliche Entwicklung gefördert, insbesondere imHin- blick auf die Führungsaufgaben, betont sie. Ein zentraler Mehrwert des Baureferendari- ats liegt laut Bauamts-Expertin in Inhalten, die im Studiummeist nur amRande vorkom- men: Baurecht, Vergaberecht und Verwal- tungsstrukturen. „Man lernt, rechtssicher zu handeln und Entscheidungen fundiert zu begründen. Diese Kompetenzen sind heute unverzichtbar für mich“, betont Andrea Fri- cke. Das Referendariat vermittle nicht nur rechtliche Sicherheit, sondern schärfe auch Management und Kommunikationsfähigkeiten. Da das Baureferendariat kontinuierlich weiterentwickelt werde, würden mittlerwei- le auch aktuelle Themen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz aufgegriffen, fügt sie hinzu. Verantwortung übernehmen Andrea Fricke empfiehlt das Baureferendariat vor allem Ar- chitekten und Ingenieuren mit erster Berufserfahrung. Wer sowohl die Planer- als auch die Bauherrenseite kennenge- lernt habe, schaffe sich ein breites Fundament für verant- wortungsvolle Positionen im öffentlichen Bauwesen, hebt sie hervor. Für sie sei das Referendariat ein entscheidender Karriereschritt gewesen, der ihren Verantwortungsbereich erweitert und den Grundstein für Führungspositionen im öffentlichen Bauwesen gelegt habe, betont Fricke. me Der Perspektivwechsel als Karriereschritt Wer öffentliche Bauprojekte steuern will, braucht mehr als Entwurfskompetenz. Andrea Fricke ist vom Planungsbüro in eine Führungsrolle auf Bauherrenseite gewechselt. Das Baureferendariat war dabei ein Meilenstein für ihre weitere Karriere. Andrea Fricke gestaltete ihren Karriereweg über das Baurefe- rendariat und leitet heute die Abteilung Hochbau am Staatli- chen Bauamt München II.

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