Talis 2026
3 EDITORIAL Loslegen E in solides fachliches Fundament ist die Voraussetzung da- für, in Zukunft als Architekt oder Bauingenieur erfolgreich zu arbeiten. Wichtig ist allerdings auch, dieses Fundament praktisch anzuwenden und weiterzuentwickeln sowie richtig zu kommunizieren, wie Prüfingenieur Heinrich Bökamp betont (Seite 12-15). Genau darum geht es jedes Jahr in TALIS, dem Fachbuch für Berufseinsteiger in den Bereichen Architektur und Bauingenieurwesen. Die Leserinnen und Leser der diesjährigen Ausgabe werden feststellen können, dass viele Themen zwar fachlich gleichblei- ben – jedoch ändert sich vor allem die Art der Kommunikation. Das betrifft die Bewerbung und die Selbstpräsentation sowie den Austausch mit Kollegen, Kunden und Partnern. Die Bewer- bung ist dafür ein Beispiel: Die Inhalte und Kriterien, die von Personalern bewertet werden, sind nicht neu. Aber die Art und Weise wie der Bewerber kommunizieren und sich präsentieren sollte – unter anderem auf Social Media – ist heute besonders wichtig. Die Ansprüche, die an Berufseinsteiger gestellt werden, beziehen sich neben den fachlichen Qualifikationen auch auf die kommunikativen und sozialen Fähigkeiten (Seite 36-62). Experten geben Auskunft Doch wie findet man den richtigen Berufszweig, das passende Büro und – meistens etwas später – den Weg in die Selbstän- digkeit? TALIS 2026/2027 hat zahlreiche Experten befragt, wie der Karriereweg aussehen könnte und was Bewerber berücksich- tigen sollten. Tipps für Zusatzqualifikationen, Spezialisierungen und Auslandsaufenthalte zeigen die Möglichkeiten auf, einen berufsübergreifenden Blickwinkel oder eine Nische zu finden, wenn dem Bewerber die „normalen“ Tätigkeiten in einem Ar- chitektur- oder Ingenieurbüro nicht abwechslungsreich genug sind (Seite 10-35). Dazu gibt es im Kapitel „Projekte & Konzepte“ auch einige Anregungen aus der Praxis: vom Gleisbau über Mo- dellbau bis hin zur Innenstadtentwicklung (Seite 106-123). Diese Themen betreffen aber nicht nur die angestellten Ar- chitekten in einem Ingenieur- oder Architekturbüro, sondern auch die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst (Seite 24-28) oder aber selbstständige Fachleute, die nach ihren Erfahrungen als Einsteiger den Weg ins eigene Büro finden. Auch hierfür haben wir viele wichtige Informationen zusammengestellt (Seite 64-89). Herausforderung KI Weil Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) einen im- mer breiteren Raum in der Planungspraxis einnehmen, haben wir diesen Themen wieder ein eigenes Kapitel gewidmet. Das dies richtig ist, konnte ich vor kurzem selbst auf einer Fach- planertagung feststellen. Dort kamen die Zuhörer reihenweise aus dem Staunen nicht mehr heraus, nachdem ein IT-Spezialist ein Planungsgutachten mit Kostenermittlung mit der kosten- freien Version von ChatGPT in 25 Minuten erstellt hatte. Dass diese Systeme auch fehleranfällig sind, ist richtig – doch bei der Präsentation war es wichtiger, die Chancen dieser Technologie zu sehen, als die Risiken zu beklagen. Denn Digitalisierung und KI werden auch die Planungsberufe noch vor einige Herausfor- derungen stellen. Um auf alle wichtigen Herausforderungen des Berufsein- stiegs vorbereitet zu sein, finden die Leserinnen und Leser auch in dieser Ausgabe zum Schluss wieder zahlreiche Literatur und Quellen im Serviceteil. Dann mal loslegen! Ihr Ralf Lang Das Baugewerbe hat es aktuell nicht immer leicht. Doch wer Spaß am Beruf hat und sich selbst die richtigen Ziele setzt, wird eine erfolgreiche Karriere in den Bereichen Architektur und Bauingenieurwesen hinlegen. Über TALIS 2026/2027 Alle Beiträge in dieser TALIS-Ausgabe wurden mit Blick auf das aktuelle Jahr neu geschrieben. Tabellen, Kästen und der Serviceteil wurden aktualisiert, Stand Mai 2026. Wie bisher nutzen wir wegen der besseren Lesbarkeit nicht durchgängig ergänzend die weibliche Form Architektin/ Bauingenieurin. Wir möchten aber ausdrücklich darauf hin- weisen, dass wir auch immer unsere Leserinnen und diverse Menschen ansprechen.
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