Talis 2026
52 DEN TRAUMBERUF FINDEN Social Media tensiver mit meinem Beitrag auseinandersetzen. Die Plattform schlägt permanent Nutzer mit relevanten Profilen zur Vernet- zung vor, in erster Linie Kontakte von Kontakten. Man sollte sich aber auch nicht scheuen, auf eigene Initiative interessan- ten Zeitgenossen eine Vernetzungsanfrage zu senden: Bran- chen-VIPs mit Vorbild-Charakter, dem Referenten vom letzten Kammer-Treffen oder dem zuverlässigen Bauleiter, mit dem ich gerne häufiger zusammenarbeiten möchte. Reichweite und Präsenz So baut man sein Netzwerk immer weiter aus, bekommt schrittweise Reichweite und Präsenz. Anfangs brauchen das Verfassen und Formatieren eines Beitrags wahrscheinlich noch etwas länger. Doch keine Sorge: Jedes Posting kann im Nachhi- nein bearbeitet oder sogar gelöscht werden. Die Onlinemarke- ting-Expertin Stefanie Wagner empfiehlt, eine feste LinkedIn- oder Social-Media-Zeit als Teil der Wochen- oder Tagesroutine zu etablieren. Gerade für kleinere Firmen und Selbstständige sei es wichtig, im Internet gefunden zu werden und mit einem stimmigen Auftritt zu überzeugen. Auf Instagram seien eben- falls viele Architekturbüros aktiv, betont Wagner, die unter an- derem die Onlinepräsenz des Darmstädter Architekturbüros Wächter und Wächter koordiniert. Auch Klaus Schaake, Experte in Sachen Kommunikati- on und Networking für Architekten in Kassel und selbst stu- dierter Architekt, beobachtet aktuell, dass bildlastige Soci- al-Media-Plattformen stark an Bedeutung gewinnen würden. „Diese Medien kommen vor allem bei jungen Zielgruppen gut an.“ Dazu zählt Schaake durchaus auch zukünftige private Bauherren – das Alter der Instagram-Nutzer liegt ihm zufol- ge zwischen 15 und 45 Jahren. Die thematische Bandbreite der Plattform sei riesig, wobei es vor allem um das Teilen von Fotos und Videos („Reels“) gehe – die begleitenden Beschreibungen seien sehr kurzgehalten. Da die Nutzer in der Regel viel Wert auf Ästhetik und Inszenierung legten, habe das Ganze den Charakter eines digitalen Showrooms. „Instagram ist ein eher geschlossenes System mit wenigen Möglichkeiten zur Verlin- kung nach außen“, betont Kommunikationsprofi Schaake. „Eine Botschaft muss also komplett hier und in erster Linie visuell vermittelt werden.“ Auch eine sehr große internationale Archi- tektur-Community sei auf Insta aktiv, teilweise zu speziellen Themen wie Denkmalschutz, Nachkriegsmoderne oder bau- kultureller Bildung. Baukultur als Pinnwand-Thema Parallel gewinnt laut Schaake Pinterest als ebenfalls stark visu- elles Medium an Bedeutung in der Baubranche. Allerdings geht es auf der Plattform nicht vorrangig darum, Informationen über ein eigenes Profil zu verbreiten und mit anderen zu interagieren, sondern um das Zusammenstellen einer persönlichen Auswahl von Lieblingsbildern (Pinnwand oder Moodboards). Auch Bau- kultur ist ein beliebtes Thema, so dass Architekturschaffende eigene Pinnwände erstellen oder Bilder und Videos zum Pinnen zur Verfügung stellen können. Die einzelnen Inhalte können über Links zu weiteren Informationen führen. Idealerweise denkt man bereits beim Baustellentermin an die Veröffentlichung und macht Schnappschüsse oder ein kurzes Reel – so lässt sich das Thema Social-Media-Präsenz ohne viel Aufwand in den Projekt alltag integrieren. „Regelmäßig in Interaktion treten und in Ver- bindung mit anderen bleiben ist alles“, betont Schaake. uv
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