Talis 2026
59 Bürostunden effizient und mit möglichst geringem Aufwand einsetzen. Die goldene Regel lautet hierbei: Wichtiges wie Bauanträge, Fristabgaben oder Kundenentscheidungen ha- ben eindeutig Vorrang vor weniger dringenden administrati- ven Aufgaben. Mittels einer täglichen oder zumindest groben wöchentlichen Planung verschafft man sich regelmäßig einen Überblick und vermeidet es, dass entscheidende Termine über- sehen werden. Feste Zeitfenster planen Wer feststellt, dass sein Arbeitstag immer wieder viel zu kurz ist, um alles zu schaffen, wird vielleicht durch typische Zeit- fresser ausgebremst: Häufige Unterbrechungen bei Arbeiten, die volle Konzentration erfordern, oder unstrukturierte und deshalb zeitlich ausufernde Meetings gehören dazu. Abhilfe schaffen feste Zeitfenster für E-Mails und Telefonate, die man seinen Kollegen und Geschäftspartnern mitteilt, beispielswei- se über einen farblich hervorgehobenen Hinweis in der Mail-Si- gnatur. Ob ein Meeting gut vorbereitet und dank einer klaren Agenda effizient läuft, damit man schnell zu einer Entschei- dung kommt, wird man als junger neuer Kollege imTeam kaum beeinflussen können. Auch als Youngster kann man aber gleich zu Beginn der Besprechung darauf aufmerksam machen, dass man aufgrund anderer wichtiger Aufgaben oder Termine die Besprechung eventuell früher verlassen muss, und die Uhrzeit nennen. Grundsätzlich wird es gerade einem noch unerfahrenen Berufseinsteiger immer wieder passieren, dass er mangels Er- fahrung den Zeitaufwand einzelner Aufgaben unterschätzt. Insbesondere bei komplexen Projekten oder Abstimmungs- prozessen entstehen oft Verzögerungen, deren Dauer schwer absehbar ist. Eine realistische Terminplanung berücksichtigt daher ausreichende Zeitpuffer, um unerwartete Änderungen in Detailfragen oder zusätzliche Kundenwünsche aufzufan- gen. Darüber hinaus ermöglichen Building-Information-Mo- deling-Systeme (BIM) eine bessere Koordination zwischen den Projektbeteiligten. Durch die zentrale Datenverwaltung wer- den Kommunikationswege verkürzt und Fehlerquellen redu- ziert. Mit den eigenen Kräften haushalten Gerade als Neuling möchte man selbstverständlich einen gu- ten Eindruck hinterlassen und wird mit Aufgeschlossenheit, In- teresse und Engagement versuchen, zu punkten. Übereifriges „Over-Doing“ sollte man dennoch vermeiden und keinesfalls gleich ungefragt Überstunden machen, betont Cordula Nuss- baum, Buchautorin und Expertin für Zeit- und Selbstmanage- ment. Ziel sollte vielmehr sein, die eigene Kraft richtig einzu- schätzen und gut einzuteilen, denn sonst halte man das in der Baubranche übliche hohe Tempo nicht lange durch. „Stärken Sie Ihre Soft Skills wie Zeitmanagement und Ihre innere Wider- standskraft“, gibt die Expertin den Berufseinsteigern als Rat mit auf den Weg. „Gerade in diesen Zeiten ist es sehr wichtig, dass sich auch junge Menschen immer wieder Kraft und Ener- gie holen, um die steigenden Anforderungen in unserer dyna- mischen Welt gesund zu managen.“ Denn schließlich dient effizientes Zeitmanagement nicht nur der Produktivität im Beruf. Es trägt auch dazu bei, langfris- tig gesund zu bleiben und sich den Spaß am Job zu erhalten. Dazu braucht es manchmal ein „Nein“ gegenüber Zeit- und Energiefressern und zudem Pausen, die wirklich Erholung brin- gen. Aber auch eine möglichst ausgewogene Work-Life-Balan- ce ist essenziell, um den Herausforderungen im Berufsalltag dauerhaft standhalten zu können. Ist ausreichend Raum für Erholung vorhanden, steht auch der eigenen Kreativität nichts imWege. uv DEN TRAUMBERUF FINDEN Berufsorganisation und Zeitmanagement
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