Talis 2026

75 ternehmern ebenfalls wertvolle Tipps. Die regionaleWirtschafts- förderung oder auch das Jobcenter sowie die Bundesagentur für Arbeit – es gibt zahlreiche weitere Organisationen, die Fragen be- antworten, auf Lücken in der Planung hinweisen, umfangreiches Informationsmaterial zu verschiedenen Aspekten einer Existenz- gründung parat haben. Hinzu kommen die Optionen im Internet: Auf der vom Bun- desministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie der Förderbank KfW ins Leben gerufenen Gründerplattform (www. gruenderplattform.de ) findet man jede Menge Tipps, Adressen und Tools. In einem geschützten Account kann jeder kostenlos über ein Softwaremodul einen professionellen Businessplan er- arbeiten. Oder man pickt sich aus einer hunderte Namen umfas- senden Liste von Unternehmen und Organisationen mit Bera- tungsangeboten seine Favoriten in der Region heraus. Rentabilitäts- und Liquiditätsvorschau Auch eine Rentabilitäts- und Liquiditätsvorschau kann man sich automatisch berechnen lassen, so dass per Schnellcheck deutlich wird, wo man seine Finanzplanung noch optimieren kann. Apro- pos Finanzierung: Über das Portal www.foerderdatenbank.de des BMWE bekommen angehende Gründer einen Überblick über alle auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene derzeit verfügbaren Förder- programme verschiedener Träger. Wer aus einer Arbeitslosigkeit heraus gründen will, kann sich bei der Bundesagentur für Arbeit neben Informations- und Beratungsangeboten unter bestimm- ten Voraussetzungen ebenfalls finanzielle Starthilfe sichern. Und für innovative Architektenbüros könnten Business-Angels oder das Modell Crowdinvesting als Finanzierungsalternativen in Fra- ge kommen. Auf der Website www.crowdfunding.de findet sich eine Übersicht aktuell aktiver Plattformen. „Hol dir frühzeitig Unterstützung!“, empfiehlt Carsten Hoke- ma, früher selbst Architekt und jetzt Gründungscoach auf der genannten Gründerplattform des BMWE. „Es gibt bewährte Me- thoden und erfahrene Fachleute, die dir weiterhelfen können.“ Und auch Torsten Hager macht abschließend in seinem genann- ten Beitrag unmissverständlich Lust auf die Selbstständigkeit: „Wer sich mutig positioniert, ständig weiterlernt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, kann nicht nur überleben, son- dern prägen“, betont der Chefredakteur des „Baumeister“. „Die Zukunft des Berufs entsteht genau dort, wo Gründer Altes hin- terfragen, Neues ausprobieren und sich demWandel stellen.“ me Checklisten und Beratungsangebote UNTERNEHMERWERDEN 10 Gründungsschritte 1. Selbstständigkeit ja oder nein? Machen Sie sich ein realistisches Bild von Alltag und Aufgaben eines freiberuflichen Architekten und prüfen Sie sich ehrlich selbst, ob Sie die notwendigen unternehmeri- schen Qualitäten mitbringen. 2. Check: Funktioniert die Geschäftsidee? Analysieren Sie Ihr Wettbewerbsumfeld. Wer sind meine Konkurrenten, wer mögliche Kunden? Welche Positio- nierung wähle ich, um einen USP zu bieten? Konzentriere ich mich z. B. auf Nachhaltigkeit, sozialen Wohnungsbau, Gewerbebauten, energieeffiziente Sanierungen oder Be- standsumbauten? 3. Vor dem Start: Information und Beratung Wo gibt es kostenlose Beratungsangebote oder Gründer- coachings? 4. Unternehmensgründung planen Und zwar mit Hilfe eines selbst geschriebenen Busines- splans. Die Auseinandersetzung mit den darin festgehal- tenen Details gibt einen guten Überblick und Sicherheit. 5. Startkapital berechnen Wie viel Geld benötigen Sie realistisch, um Ihr Vorhaben umzusetzen? 6. Startkapital beschaffen Wie viel können Sie selbst investieren und wie viel muss extern als Kredit aufgenommen werden? Könnte eventuell ein weiterer Gesellschafter bzw. Partner einsteigen? 7. Selbstständigkeit anmelden Und zwar bei der zuständigen Architektenkammer sowie je nach Rechtsform auch beim Gewerbeamt plus der IHK. 8. Das Thema Steuern Spätestens einen Monat nach dem offiziellen Gründungs- datummuss das Büro beim Finanzamt angemeldet werden. Idealerweise durch den dann bereits gewonnenen Steuerbe- rater der Wahl. 9. Versicherungen und Vorsorge Die Berufshaftpflichtversicherung ist für freiberufliche Architekten zwingend vorgeschrieben, eine berufliche Rechtsschutzversicherung unerlässlich. Ebenso als Baustein der privaten Vorsorge eine Berufsunfähigkeitsversicherung. 10. Nach dem Start: Weiter beraten lassen Laufen die Prozesse rund oder muss nachjustiert werden? Gibt es passende Weiterbildungen und Coachings? Wie halte ich generell Schritt mit neuen Entwicklungen in der Baubranche und veränderten gesellschaftlichen Rahmenbe- dingungen?

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