Talis 2026
100 und keinen Dateistandard, dann schaffe Digitalisierung ledig- lich neue Schnittstellenprobleme, hebt der Digitalisierungsex- perte hervor. Idealerweise legt der Bauherr mittels Auftraggeber-Informa- tionsanforderungen (AIA) fest, welche Informationen er in wel- cher Qualität, zu welchem Zeitpunkt und in welchem digitalen Format benötigt, um im Projekt einen messbaren Mehrwert zu erhalten. „In der Praxis bringen jedoch häufig die Planer die di- gitale Kompetenz ins Projekt ein“, weiß Mattias Köck, der aller- dings auch die Kehrseite kennt: Mit zunehmender Automatisie- rung entstünden nämlich nicht nur Fragen zum Eigentum der Planungsdaten, sondern auch zu Haftung und Vertrauen. Köck plädiert deshalb dafür, dass die Planungsdaten aus dem digi- talen Projekt am Ende dem Bauherrn gehören müssen – denn schließlich seien diese sowie der digitale Zwilling die Grundlage für Betrieb, Sanierung und den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Verantwortung bleibt beim Bauherrn Ganz gleich aber, wie viele Daten und Analysen ein digitales Werkzeug oder eine KI zur Verfügung stellt: Am Ende seien und blieben es der Architekt, Bauingenieur und Bauleiter sowie der Bauherr, die die Entscheidung träfen, betont Matthias Köck und bekräftigt: „Ingenieurverständnis, Gestaltungswille und das Gespür für Raum und Machbarkeit kann kein Algorithmus er- setzen.“ Als erfahrener Tech-Experte weiß er jedoch auch, dass Digitalisierung in der Praxis DER DIGITALE KOLLEGE Kurzvita Matthias Köck Matthias Köck ist Experte für den Aufbau von Tech-Märkten im D-A-CH-Raum und Sales Team Lead bei der Wiener Optimuse GmbH. Seine Karriere führte ihn vom Finanzwesen und der Be- treuung internationaler Großkunden in den Tech-Vertrieb – eine Kombination, die sein ausgeprägtes Verständnis für wirtschaft- lich wirksames Value Selling prägt. Mithilfe der simulationsba- sierten Analyse-Plattform zeigt er Bauherren und Investoren, wie KI-gestützte Gebäudeanalysen und digitale Zwillinge messbaren wirtschaftlichen und nachhaltigen Mehrwert schaffen. Zuvor ver- antwortete Köck den Markterfolg des PropTechs Smino in Öster- reich und Deutschland. Seine Erfahrung aus der Skalierung von Tech-Unternehmen gibt er als Gastdozent an fünf Hochschulen weiter und fördert als Netzwerker aktiv den Austausch in der digi- talen Immobilienbranche.
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