Talis 2026
99 Digital gut unterstützt seien heute vor allem die geometri- sche Modellierung und Massenermittlung. Überraschend ana- log verlaufen nach Meinung des Experten hingegen weiterhin viele Kommunikationsprozesse auf der Baustelle sowie zwi- schen den Gewerken: Telefonate und E-Mails ersetzen hier dem Tech-Experten zufolge strukturierte Daten. Darüber hinaus beruhten auch energetische Optimierungen häufig noch auf statischen Excel-Tabellen anstatt auf dynamischen Real-Daten. Genau hier setze der Mehrwert simulationsbasierter Analysen an, erläutert Matthias Köck: Diese reduzierten Risiken, senk- ten Kosten und machten Varianten vergleichbar. „Zusätzlichen Aufwand ohne Nutzen erzeugen digitale Werkzeuge meist dann, wenn sie als reines Dokumentations-Tool ohne Rück- kopplung zur Planung missbraucht werden – wenn Daten nur für die Schublade erzeugt werden“, gibt der Fachmann zu be- denken. Er ergänzt: „Simulationsbasierte Analysen hingegen er- leichtern fachliche Abwägungen und ermöglichen echtes Value Engineering, während klassisches BIM-Management oft primär der Normerfüllung und Compliance dient.“ Veränderte Zusammenarbeit Mit der zunehmenden Digitalisierung im Büro und auch auf der Baustelle entwickle sich das Arbeiten weg vom sequenziellen hin zum gemeinschaftlichen Agieren der verschiedenen Fach- disziplinen, führt Matthias Köck an und erklärt: „Architekten, Tragwerksplaner, TGA und Bauausführung schauen immer frü- her auf dasselbe Modell. Das zwingt zur frühen Abstimmung, verhindert aber teure Planungsänderungen in späten Projekt- phasen.“ Voraussetzung dafür seien jedoch gelebte Standards. Gebe es keine gemeinsame Sprache digitaler Gebäudemodelle Digitalisierung in der Praxis DER DIGITALE KOLLEGE Simulationen und Variantenvergleiche mit Optimuse Optimuse ist eine simulationsbasierte Analyse-Plattform für die frühe Planungs- phase, die energetische, technische und wirtschaftliche Aspekte von Gebäuden auf Basis vorliegender Daten analysiert und vergleichbar macht. Im Zentrum ste- hen Variantenvergleiche: Unterschiedliche Entwürfe, TGA oder Systementschei- dungen werden rechnerisch bewertet, bevor sie gebaut werden. Architekten und Bauingenieure können Entscheidungen frühzeitig absichern. Die Plattform zeigt, wie sich Änderungen auf Energieverbrauch, Kosten oder Dimensionierung auswir- ken, und hilft, Überdimensionierungen, spätere Nachträge und Planungsrisiken zu vermeiden. „Optimuse ist die Lebensversicherung für ein Projekt. Wenn wir in der frühen Pha- se feststellen, dass eine Anlage kleiner dimensioniert werden kann, spart das auf der Baustelle direkt Investitionsausgaben. Jede Entscheidung, die wir simulati- onstechnisch absichern, verhindert teure Nachträge in der Ausführung“, betont Matthias Köck, Sales Team Lead bei Optimuse. Die Plattform prüft verschiede- ne „Was-wäre-wenn“-Szenarien für unterschiedliche Bestandssituationen vorab – als Entscheidungsgrundlage, nicht als Dokumentationstool. Darüber hinaus arbeitet sie eng mit Forschungseinrichtungen wie dem Austrian Institute of Tech- nology (AIT) zusammen, um die Simulationsmodelle auf dem neuesten Stand der Technik zu halten.
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