Talis 2026

15 im öffentlichen Dienst. Dem stehen jedoch meist ein größerer Leistungsdruck und geringere Arbeitsplatzsicherheit gegenüber. Aktuellen Daten zufolge verdienen Architekten zum Berufsein- stieg durchschnittlich rund 3.400 bis 3.500 Euro brutto im Mo- nat. Bauingenieure starten im Schnitt mit etwa 4.100 bis 4.400 Euro monatlich und liegen damit leicht darüber. Bei beiden Be- rufsgruppen zeigen sich nach wie vor Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie ein deutliches Gefälle zwischen Ost- und Westdeutschland. Eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst ist finanziell häufig et- was weniger lukrativ, bietet dafür aber Arbeitsplatzsicherheit, feste tarifliche Strukturen und eine bessere Work-Life-Balance. Durch das Baureferendariat haben Architekten und Bauingeni- eure zudem die Möglichkeit, sich weiterzubilden und im höheren technischen Verwaltungsdienst im öffentlichen Bauwesen Karri- ere zu machen. Wichtiger als das Gehalt sollte bei der Auswahl des künftigen Arbeitsplatzes aber die inhaltliche Ausrichtung sein. In kleineren Büros erhalten Berufseinsteiger meist einen umfassenden Einblick und wirken an unterschiedlichen Aufga- benbereichen mit. In größeren Unternehmen hingegen sind die Tätigkeiten häufig stärker spezialisiert und auf bestimmte Leis- tungsphasen begrenzt. Dafür eröffnen sich dort andere Mög- lichkeiten, etwa die Mitarbeit an internationalen Projekten oder Einsätze an ausländischen Standorten. Die Zukunft planen Karrierewege verlaufen oft anders als ursprünglich geplant. Da- her empfehlen erfahrene Berufskollegen Nachwuchskräften, frühzeitig zu überlegen, wo sie in etwa fünf Jahren stehen möch- ten, und den Weg dorthin entsprechend zu planen: In welchem Bereich möchte man langfristig arbeiten oder wofür möchte man sich spezialisieren? Orientierung und Austausch können neben erfahrenen Praktikern auch Kammern und Verbände ge- ben. Gespräche mit etablierten Kollegen helfen jungen Planern, unterschiedliche Fachrichtungen realistisch einzuschätzen. Mentoringprogramme und Netzwerke schaffen darüber hinaus Räume, in denen Fragen zur beruflichen Positionierung ebenso offen diskutiert werden können wie konkrete Projekterfahrun- gen. Parallel dazu bieten Kammern und Verbände ein breites Spektrum an Fort- und Weiterbildungsformaten, das von kom- pakten Seminaren bis hin zu zertifizierten Qualifizierungen etwa im Bereich nachhaltiges Bauen oder digitale Planungsmethoden reicht. Diese Angebote ermöglichen es, gezielt das eigene Profil zu schärfen. Nicht zuletzt liefern die Institutionen wichtige Ori- entierungshilfen zu aktuellen Entwicklungen im Markt. Wer den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, kann sowohl als Generalist als auch als Spezialist tätig werden. Dabei stellt sich auch die Frage nach der passenden Unternehmensform: allein, in Partnerschaft oder im Rahmen einer Büroübernahme. Aufgrund des demografischen Wandels suchen viele Ingenieur- und Planungsbüros derzeit gezielt nach Nachfolgern. Wer die Chance bekommt, in ein bestehendes und wirtschaftlich sta- biles Büro hineinzuwachsen und dieses später zu übernehmen, kann typische Anfangshürden vermeiden. Das notwendige be- triebswirtschaftliche Wissen lässt sich erlernen, unternehmeri- sches Denken, persönliche Initiative und Verantwortungsbereit- schaft sollten jedoch von dem Kandidaten bereits mitgebracht werden. me Branche mit Zukunft EINFACH LOSLEGEN Kurzvita Torsten Schmidt Torsten Schmidt, geboren 1978, studierte Bauingenieurwesen an der TU Dresden (1997–2002) und arbeitete dort anschließend in Forschung und Lehre. Nach seiner Promotion zum Dr.-Ing. im Jahr 2009 übernahm er die Leitung des Fachbereichs Stadtbau- wesen und Stadttechnik am Institut für Stadtbauwesen und Straßenbau. Parallel dazu sammelte er als Gesellschafter im Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Schmidt Tiefbauplanungsgesellschaft Erfahrungen auf der praktischen Seite des Planungshandwerks und in der Bauausführung für Projekte der Siedlungswasserwirt- schaft und des kommunalen Tiefbaus. Sein Schwerpunkt liegt in der Kanalsanierung. Seit 2013 ist Torsten Schmidt Professor für Siedlungswasserwirtschaft/Infrastrukturentwicklung an der Hochschule Magdeburg, seit 2014 zudem Dekan des Fachbe- reichs Wasser, Umwelt, Bau und Sicherheit. Er ist Mitglied des akademischen Senats, Studiengangsleiter für den Masterstudi- engang „Wasserwirtschaft“ und Mitglied der AG Klimawandel des Landes Sachsen-Anhalt.

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