Talis 2026
14 Siedlungswasserwirtschaft/Infrastrukturentwicklung an der Hochschule Magdeburg und Dekan des Fachbereichs Was- ser, Umwelt, Bau und Sicherheit. Er gibt zudem zu bedenken: „Ehrlich gesagt wird es aber durch mehr Digitalisierung und Automatisierung umso wichtiger, die eingesetzten Metho- den und die dadurch entstehenden Ergebnisse auf Plausibi- lität prüfen zu können.“ Jeder könne heute mit Software und KI eine Statik berechnen oder eine Ausschreibung erstellen, aber nur mit den entsprechenden Kenntnissen und Kompe- tenzen könne man prüfen, ob die Ergebnisse verwendbar sei- en, fügt er an. Der Fachmann weiß zudem, dass im Bereich Umwelt die Änderungsprozesse eine wichtige Rolle spielen. Daher emp- fiehlt er denjenigen, die auf diesem Gebiet tätig werden wol- len, sich zwei Fragen zu stellen: „Welche Anforderungen wer- den in Zukunft an Bauwerke gestellt beziehungsweise durch geänderte klimatische Verhältnisse wie Wärmeeinwirkung in der Bauphysik oder Starkregen? Wie können wir Bauwerke so errichten, dass sie möglichst wenig schädlichen Einfluss auf die Umwelt haben?“ Diese Fragen sind dem Experten zufolge essenziell, da sie auf ein Verständnis der Verantwortlichen für die Nachhaltigkeit der Materialien, Wiederverwendbar- keit und Schadstoffbelastung abzielten, hebt Schmidt her- vor. Option öffentlicher Dienst Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie ist ein Auslandsauf- enthalt heute keine Voraussetzung mehr, um in Deutschland erfolgreich als Architekt oder Planer zu arbeiten. Entscheidend sind vielmehr fachliche Qualifikation und Verantwortungsfä- higkeit. „Gleichwohl kann internationale Erfahrung den Blick weiten für andere Planungs- und Baukulturen sowie für ande- re Herangehensweisen. Das ist wertvoll, aber kein Muss“, sagt Heinrich Bökamp. Seiner Erfahrung nach ist es wichtiger, dass junge Architekten und Bauingenieure ihren Platz im Beruf finden und sich fachlich wie persönlich im Berufsalltag weiterentwi- ckeln. So gilt es außerdem gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, genau zu überlegen, ob man als junger Architekt oder Bauingenieur eine Stelle im öffentlichen Dienst oder in der Pri- vatwirtschaft annehmen sollte. Zwar erzielen Berufseinsteiger in der Privatwirtschaft – insbesondere in großen Unternehmen oder wirtschaftsstarken Regionen – oft höhere Einkommen als Branche mit Zukunft EINFACH LOSLEGEN Aktive Fachgebiete und Umsatzverteilung der Büros Architekturbüros Ingenieurbüros Gebäude (OP) 83,2 39,9 40,5 30,3 32,5 24,7 30,1 13,0 27,4 11,4 24,8 8,9 21,8 7,1 17,1 6,0 15,1 4,7 13,8 3,8 10,1 2,9 7,0 2,5 6,8 1,0 5,6 63,3 7,4 20,9 7,6 10,4 7,6 11,1 4,6 16,0 3,1 7,3 2,1 6,7 1,5 5,8 1,3 2,0 0,9 4,0 0,6 3,9 0,6 1,3 0,5 1,4 0,1 1,3 Beratungsleistungen Beratungsleistungen Tragwerksplanung (FP) Innenräume (OP) Ingenieurbauwerke (OP) Freianlagen (OP) Gebäude (OP) Stadt- und Landschaftsplanung Technische Ausrüstung (FP) Projektmanagement Bauphysik, Geotechnik (FP) Technische Ausrüstung (FP) Verkehrsanlagen (OP) Gesamtplanung Projektmanagement Bauphysik, Geotechnik (FP) Freianlagen (OP) Tragwerksplanung (FP) Bautechn. Prüfungen Verkehrsanlagen (OP) Vermessung (FP) Bautechn. Prüfungen Stadt- und Landschaftsplanung Ingenieurbauwerke (OP) Gesamtplanung Vermessung (FP) Innenräume (OP) Quelle: „Mitgliederbefragung zur wirtschaftlichen Situation der deutschen Architektur- und Ingenieurbüros 2025“ von der IW Consult im Auftrag von AHO, BAK, VBI und Bingk / Grafik: Talis Laut einer Befragung aus dem Jahr 2025 unter Architektur- und Ingenieurbüros sind Architekturbüros am häu- figsten in den Bereichen Objektplanung Gebäude, Beratungsleistungen sowie Objektplanung Innenräume aktiv. Unter den Ingenieurbüros sind es die Bereiche Beratungsleistungen, Fachplanung Tragwerksplanung und Ob- jektplanung Ingenieurbauwerke. Während die Architekten im Bereich Objektplanung Gebäude rund 63,3 Pro- zent ihres Umsatzes erwirtschaften, sind es bei den Ingenieuren nur 11,1 Prozent. 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 0 10 20 30 40 50 Aktive Fachgebiete Umsatz Fachgebiete 46,5 11,9
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