Talis 2026
17 entsteht genau die Kompetenz, die Unternehmen künftig brauchen“, ist sich die Weiterbildungsexpertin sicher. Be- sonders attraktiv findet sie deshalb Arbeitsplätze, an denen man an Vorhaben arbeiten kann, die fachlich anspruchsvoll und gesellschaftlich relevant sind. Dazu gehören laut Sarah Brinker folgende Themen: „Beispiele für die Schnittstelle von Digitalisierung, Bauen und Management sind unter anderem BIM-Koordination oder digitales Baumanagement. Bauen im Bestand als Sanierung oder im Bereich Infrastrukturmoder- nisierung gehören ebenfalls zu den wichtigsten Bauaufgaben der Zukunft.“ Zwar biete die Branche vielfältige Arbeitsfelder. Allerdings sollten junge Architekten und Bauingenieure ihr künftiges Betätigungsfeld nicht nur nach Attraktivität auswählen, son- dern auch nach ihren individuellen Stärken und Interessen, appelliert die Weiterbildungsexpertin. Berufseinsteiger soll- ten ehrlich prüfen, welche Art von Arbeit zu ihnen passe: analytisch, koordinierend, gestalterisch, technisch vertiefend oder nah an der Baustelle. Hierbei sei es oft hilfreich, Revue passieren zu lassen, was einen im Studium am meisten gefes- selt oder auch den Ehrgeiz angespornt hat. Ergänzend dazu müssten auch die persönlichen Lebensumstände im Blick behalten werden, weiß Brinker. „Dem einen ist ein möglichst gutes Einstiegsgehalt wichtig, der anderen eine moderate Arbeitszeit, wieder anderen ein bestimmter Standort, ein starkes Team oder schnelle Entwicklungsmöglichkeiten. Ent- scheidend ist, diese Kriterien bewusst zu gewichten und nicht nur auf den ersten Eindruck zu reagieren“, rät Sarah Brinker. Idealerweise sollte daher ihrer Meinung nach für einen guten beruflichen Einstieg ein Arbeitsumfeld gefunden werden, das die persönliche Entwicklung ermöglicht und gleichzeitig Auf- gaben bietet, die zur eigenen Motivation und Lebenssituation passen. Einstieg mit Einblick Mindestens ebenso wichtig wie das künftige Betätigungsfeld ist die konkrete Einstiegsrolle. „Eine gute Position für Absol- ventinnen und Absolventen erkennt man aus meiner Sicht daran, dass sie Einblick in echte Projekte gibt und Schnittstel- len sichtbar macht: Genau deshalb sind Projekt- und Bauma- nagement für viele ideal. Dabei geht es nicht nur um einzelne Details, sondern komplexe Projektzusammenhänge, so dass sie gleichzeitig einen guten Überblick in unterschiedliche Fachbereiche erhalten“, fasst Sarah Brinker zusammen, die in diesem Zusammenhang auch gerne auf den berufsbegleiten- den Studiengang „Bauingenieurwesen – Baumanagement“ aufmerksammachen möchte. Dieser trage in Zeiten des Fach- kräftemangels dazu bei, Berufspraktiker aus der Branche für Leitungspositionen zu qualifizieren, erklärt sie. Wer frisch aus dem Studium kommt und voller Motivation in den Berufsalltag starten möchte, braucht Unterstützung. Daher sollten nach Ansicht der Mitarbeiterin des Berufsförde- rungswerkes der Bauindustrie eine gute Einarbeitung, kollegi- ale Projektbegleitung durch erfahrene Ansprechpartner und ein regelmäßiges Feedback zum Entwicklungsumfeld von Be- rufseinsteigern gehören. Schließlich komme niemand von der Hochschule und überblicke sofort alle Abläufe, Zwänge und Dynamiken eines Bauprojekts. „Gute Einstiegspositionen ge- ben Orientierung, ermöglichen Fragen und bauen Verantwor- tung Schritt für Schritt auf“, betont die Produktmanagerin Zukunftsweisende Arbeitsfelder EINFACH LOSLEGEN Der praxisorientierte Weg zum Bau-/Projektleiter für Berufstätige Der nebenberuflich angelegte Studiengang „Bauingenieurwesen – Baumanagement“ des Berufsförderungswerks der Bauindustrie NRW wurde in Kooperation mit der FH Münster entwickelt und richtet sich vor allem an praxisorientierte Studieninteressierte, die Technik, Organisation und wirtschaftliches Denken miteinan- der verbinden möchten. Ganz gleich, ob Abiturienten, bereits im Bauberuf Tätige, geprüfte Techniker oder Meister – sie alle kön- nen ein solides ingenieurwissenschaftliches Fundament und da- mit Chancen auf eine Beschäftigung beispielsweise als Bauleiter erlangen. Die Studieninhalte Bis zum 30. September kann man sich jeweils für das zumWin- tersemester startende Studium bewerben, das wissenschaft- liche Lehre mit intensiver Praxiserfahrung in der Bauindustrie NRWkombiniert. Über mehrere Jahre hinweg – in der Regel acht Semester bis zum Abschluss „Bachelor of Engineering“ – wech- seln sich Lernphasen an der Hochschule und Arbeitsphasen im Betrieb ab. Inhaltlich reicht das Spektrum von klassischen In- genieurdisziplinen wie Statik, Baustoffkunde und Konstruktion bis hin zu zentralen Baumanagement-Themen wie Projektsteu- erung, Bauablaufplanung und Kostenmanagement. Ein besonderes Qualitätsmerkmal des Studiengangs ist zudem, dass ab dem letzten Jahrgang mit dem erfolgreichen Abschluss die Voraussetzungen geschaffen werden können, um die Bau- vorlageberechtigung zu erlangen. Damit eröffnet das Studium den Absolventinnen und Absolventen nicht nur fundierte Pers- pektiven im Baumanagement, sondern auch zusätzliche beruf- liche Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Planung und Verantwortung von Bauvorhaben.
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