Talis 2026

18 Weiterbildung. So könnten junge Architekten und Bauingeni- eure in ihre Aufgaben hineinwachsen, Erfahrungen sammeln und verstehen, wie Planung, Baustelle, Kosten, Termine, Qua- lität und Kommunikation zusammenwirken. Neugierig bleiben und Resilienz entwickeln Der Studienabschluss sei der Start in ein Berufsleben, das im- mer wieder neue Herausforderungen mit sich brächte. Daher seien ein guter Abschluss und das Mitbringen von fachlichen und digitalen Kompetenzen eine gute Basis. „Aber im Bauall- tag zeigt sich schnell: Gute Projekte entstehen nicht durch gute Noten. Sie entstehen durch fachlich kompetente Menschen, die Verantwortung übernehmen, klar kommunizieren, mitdenken und auch dann handlungsfähig bleiben, wenn es anspruchsvoll wird“, sagt Sarah Brinker, für die Bauen Teamarbeit unter realen Bedingungen ist. Daher sind für sie die genannten Eigenschaf- ten sowie Resilienz und Lernbereitschaft keine weichen Zusatz- qualifikationen, sondern harte Erfolgsfaktoren. Nur wer Neu- gier, Haltung und die Bereitschaft mitbringt, Fachseminare zu besuchen und sich gemäß den sich ergebenden Arbeitsschwer- punkten weiterzubilden, sowie die Branche versteht, kommt der Expertin zufolge beruflich weiter. „Wir haben ein Generationenthema, internationale Teams und unterschiedliche Werte- und Arbeitskulturen. Daraus ent- stehen Herausforderungen, aber auch Chancen. Wer gelernt hat, gut zu kommunizieren, Unterschiede zu verstehen und Zu- sammenarbeit bewusst zu gestalten, macht aus Vielfalt keinen Reibungsverlust, sondern einen echten Unternehmensvorteil“, betont Sarah Brinker, die junge Fachkräfte in der Baubranche ermutigt, sich weiterzuentwickeln. Für den Berufseinstieg emp- fiehlt sie den Studienabsolventen, in den ersten Jahren möglichst in der Breite zu arbeiten und Erfahrung zu sammeln, um sich dann gezielt spezialisieren und deutlich bewusstere Karriereent- scheidungen treffen zu können. Den Blick über den Tellerrand wagen Auch wenn die Baubranche derzeit unter großem Druck steht, haben Planer laut Brinker gute Einstiegs- und Aufstiegschancen. Architekten und Bauingenieure fänden – je nach ihrem Studien- schwerpunkt – nicht nur in klassischen Büros eine Anstellung, die sich mit Gebäudesanierung und innerstädtischen Quartier- sumgestaltungen, Mobilitätsplanung oder erneuerbaren Ener- giekonzepten beschäftigen. Sie würden auch von Forschungsein- richtungen, Nichtregierungsorganisationen oder (beratenden) Dienstleistungsunternehmen gesucht, die sich mit Automatisie- rungsprozessen, Nachhaltigkeitsthemen und Software-Entwick- lungen beschäftigten. Hier lohne sich manchmal auch ein Blick über den Tellerrand der Branche, um eine zukunftsfähige Stelle in einem spannenden Betätigungsfeld zu finden, empfiehlt die Weiterbildungsexpertin. me Kurzvita Sarah Brinker Sarah Brinker ist beim Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW tätig, das für praxisnahe Qualifizierung, Weiterbildung und Nachwuchsförderung von gewerblichen Mitarbeitern in der Bauindustrie steht. Als Produktmanagerin im Bereich Fort- und Weiterbildung sowie als Studiengangskoordinatorin für den berufsbegleitenden Studiengang „Bauingenieurwesen – Bau- management“ kennt sie die Anforderungen der Branche aus un- mittelbarer Nähe. Durch ihre Mitgliedschaft im Fachausschuss Berufsbildung des Bauindustrieverbandes NRW weiß sie zudem, worauf es beim beruflichen Einstieg und bei der Weiterentwick- lung von Fachkräften ankommt – und ist nah an den aktuellen Fragen beruflicher Qualifizierung. Zukunftsweisende Arbeitsfelder EINFACH LOSLEGEN

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