Talis 2026
26 nes Prüfungsamt haben. Um das Examen zu bestehen, muss der Referendar seine Führungsqualitäten für Verwaltung und Wirtschaft nachweisen. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Staatsprüfung dürfen die Absolventen dann den Titel „Bau- assessorin / Bauassessor“ tragen, der in Bayern und Baden-Württemberg auch als „Regierungsbaumeister“ bekannt ist. Alle Türen offen Die frisch ausgebildeten Führungskräfte haben nun die Mög- lichkeit, im gesamten Bundesgebiet tätig zu werden. Aufgrund ihrer thematischen Bandbreite können sie ein vielfältiges und abwechslungsreiches Aufgabenspektrum in den unterschied- lichsten öffentlichen, halböffentlichen und privaten Instituti- onen übernehmen. Dies könnten zum Beispiel Planungen und Entwicklungen im Hochbau, in der Stadtplanung und dem Städtebau, das Vorbereiten und Mitwirken bei fachpolitischen Entscheidungsprozessen oder die Wahrnehmung leitender Positionen in Politik, Verwaltung und privaten Unternehmen sein. Es steht den Bauassessoren frei, ob sie um eine Einstel- lung in den öffentlichen Dienst imBeamtenverhältnis (höherer technischer Verwaltungsdienst) oder im Angestelltenverhält- nis ersuchen. Durch die zusätzlichen Qualifikationen können die Absolventen aber auch eine herausgehobene Position in der privaten Wirtschaft übernehmen. Neue Wege für die Nachwuchsgewinnung Um junge Talente gezielter anzusprechen, haben die Län- der- und die Bundesarchitektenkammern ihre Social-Media-Präsenz, Messeauftritte an Hochschulen und Informationsan- gebote intensiviert. Hinzu kamen neben dem Positionspapier der BAK über die besondere Bedeutung und Wichtigkeit des Baureferendariats auch neue Maßnahmen und Formate, bei- spielsweise gezielt eingesetzte Testimonials und der Nach- wuchsarchitekt:innen-Tag der BAK, der zuletzt mit großem Zuspruch in Berlin und Düsseldorf stattfand. „Der nächste ist für den 23. und 24. Oktober 2026 in Karlsruhe geplant“, berich- tet Evelin Lux, die von den Besuchern der bisherigen Veranstal- tungen durchweg positives Feedback erhielt: „Nach unseren Workshops hören wir oft Sätze wie: ‚Das ist ja gar nicht so ver- staubt, wie wir dachten.‘“ Besonders geschätzt würde neben der guten Betreuung während der Ausbildung die Vereinbar- keit von Beruf und Familie. Flexible Arbeitszeit- und Teilzeit- modelle eröffneten zudem Entwicklungsmöglichkeiten bis in Führungspositionen, führt die Vizepräsidentin aus. Durch die zahlreichen Maßnahmen mangelt es in den meisten Bundesländern nicht an Bewerbungen für das Bau- referendariat. Das Verhältnis von Bewerbung zu verfügbaren Stellen liege mindestens bei drei zu eins, teilweise sogar bei fünf zu eins, erläutert Lux. Sie ergänzt mit Blick auf die bevor- stehende Pensionierung der geburtenstarken Jahrgänge: „Die Herausforderung besteht aktuell eher in der Bereitstellung von Stellen.“ Selbst ein Beispiel für die Karrierechancen, die das Baureferendariat eröffnet, empfiehlt die heutige Ministe- rialrätin interessierten Bewerberinnen und Bewerbern für das Baureferendariat, zunächst Praxiserfahrung zu sammeln, da- mit sie ihr Verständnis für die Perspektiven von öffentlichen Auftraggebern und freiberuflich tätigen Planern stärkten. Karriere mit Verantwortung und Sinn Das Baureferendariat sei weit mehr als eine formale Zusatz- qualifikation. Es sei ein zentrales Instrument zur Sicherung qualifizierter Fach- und Führungskräfte für die öffentliche Bauverwaltung. Angesichts wachsender Aufgaben, komplexer Verfahren und des demografischen Wandels werde seine Be- deutung weiter zunehmen, ist Lux überzeugt. Mit modernen Inhalten, guten Karriereperspektiven und gesellschaftlicher Relevanz bietet der öffentliche Dienst jungen wie erfahrenen Architektinnen und Architekten eine attraktive berufliche Zu- kunft. „Wir bauen für die Öffentlichkeit und damit für die Ge- sellschaft“, resümiert Evelin Lux und betont: „Diese Sinnhaf- tigkeit, kombiniert mit Verantwortung, Gestaltungsspielraum und stabilen Rahmenbedingungen, macht den öffentlichen Dienst für viele junge Menschen heute besonders attraktiv.“ Abschließend verweist das Vorstandsmitglied des Bundes deutscher Architektinnen und Architekten in Bayern auf die Plattform www.ich-bau-bayern.de, auf der sich weitere Infor- mationen, Erfahrungsberichte und Stellen rund um das Baure- ferendariat finden. me Öffentlicher Dienst EINFACH LOSLEGEN
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