Talis 2026

25 EINFACH LOSLEGEN Öffentlicher Dienst architektur-Studiengangs, die eine abgeschlossene Dip- lom-Hauptprüfung oder Masterprüfung an einer Universität, technischen Hochschule oder einer als gleichwertig aner- kannten wissenschaftlichen Hochschule besitzen. Im besten Fall sollten sie bereits drei oder mehr Jahre Berufserfahrung und gute Hochschulnoten vorweisen können. Je nach vorhan- denemWissens- und Erfahrungsschatz sowie gewähltem Ein- satzort ist dann gegebenenfalls eine Verkürzung des Baurefe- rendariats möglich. Die Auswahl, Einstellung und Vergütung erfolgen durch die Verwaltung der jeweiligen Kommune oder des Bundeslandes, wobei der Trainee als Beamter auf Wider- ruf eingestellt und zum Baureferendar ernannt wird. Darüber hinaus wird das Referendariat für die Eintragung in die Archi- tektenliste in der Regel vollumfänglich als berufspraktische Tätigkeit anerkannt. Die Ausbildung selbst wird über ein gemeinsames Prü- fungsamt (Oberprüfungsamt mit Sitz in Bonn) koordiniert, das dem Bundesministerium für Verkehr zugeordnet ist. In regelmäßigen bundesweiten Abstimmungen werden Inhalte, Prüfungsformate und Schwerpunkte harmonisiert. Siewurden in den vergangenen Jahren gerade erst modernisiert. So sind heute neben den klassischen baurechtlichen und technischen Themen insbesondere Führungs und Kommunikationskom- petenzen, Querschnittsaufgaben sowie Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Mobilität und Infrastruktur- management fester Bestandteil der Ausbildung. „Genehmi- gungs- und Planungsverfahren sind komplexer geworden. Da- für brauchen wir hoch qualifizierte Fachkräfte mit Überblick und Entscheidungskompetenz“, betont die Vizepräsidentin der Bundesarchitektenkammer. Das Baureferendariat bereite gezielt auf leitende Funktionen vor. Gerade für das Verständ- nis für rechtliche und administrative Zusammenhänge, aber auch für organisatorische und strategische Aufgaben sei diese Zusatzqualifikation ideal, ergänzt Evelin Lux. Attraktive Arbeitsfelder und Projekte Die Nachwuchskräfte für den höheren technischen Verwal- tungsdienst im öffentlichen Bauwesen werden in allen Bun- desländern schon frühzeitig in Projekte eingebunden. Eine Sonderstellung nimmt hier jedoch Bayern ein: Als Flächenland mit einer dreistufigen Verwaltungsstruktur – Bauämter, Regie- rungen und Ministerium – bildet der Freistaat in großen Zahlen und auf allen Qualifikationsebenen aus, vom Bachelor bis zum Master mit Baureferendariat. „Wir verfügen über ein äußerst breites Tätigkeitsfeld: vom Verwaltungsbau über Hochschul- und Klinikbauten bis hin zu Museen und Theatern sowie ande- ren anspruchsvollen Großprojekten“, zählt Evelin Lux auf. Ge- rade diese Projektvielfalt mache den Reiz für Nachwuchskräfte aus, ist sie überzeugt. Hier arbeiten Baureferendare dann in in- terdisziplinären Teams und mit der erfahrenen Kollegenschaft. „Die Zusammenarbeit wird vielfach als unterstützend und ge- winnbringend für beide Seiten beschrieben“, weiß die Expertin, die sich stark in der Nachwuchsförderung engagiert. Das Baureferendariat schließt mit der Großen Staatsprü- fung vor dem Oberprüfungsamt ab, mit Ausnahme der Län- der Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen, die ein eige- Kurzvita Evelin Lux Evelin Lux ist Architektin und Ministerialrätin in der Bayerischen Staatsbauverwaltung. Nach ihrem Studium an der TU München (1984–1990) und diversen Tätigkeiten in Architekturbüros absol- vierte sie 1993 das Referendariat mit der Großen Staatsprüfung. Es folgten leitende Funktionen im staatlichen Hochbau, unter anderem mit Schwerpunkt Klinik-, Museums- und Kulturbauten sowie als Leiterin des Staatlichen Bauamts Rosenheim. Evelin Lux ist seit 2018 im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr tätig, wo sie zentrale Themen der Personal- und Kompetenzentwicklung verantwortet. Zudem ist sie seit 2021 Vizepräsidentin der Bundesarchitektenkammer.

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