Talis 2026
40 hoch halten, Wartezeiten mit sinnvollen Tätigkeiten füllen wie beispielsweise Fremdsprachenkursen, befristeten Praktika, be- rufsbezogenen Weiterbildungen. Steht der Gesprächstermin beim ersten Chef in spe dann an, konzentriert man sich auf das richtige Timing. So sollte man möglichst 20 bis 30 Minuten vor dem angesetzten Termin eintreffen, um sich zu akklimatisieren. Auch die Wahl des passenden Outfits sollte sorgfältig und mit Blick auf die beworbene Stelle gewählt werden. Um die leider nur allzu menschliche Nervosität in den Griff zu bekommen, können schon vorher eingeübte Entspannungstechniken hel- fen. Sollte die Aufregung dennoch groß sein, so beruhigt die Tatsache, dass Recruiting-Experten Lampenfieber positiv wer- ten – als Zeichen, dass die Bewerbung dem Bewerber wirklich wichtig ist. Doch nicht nur für den Bewerber stellt das Gespräch eine Bewährungsprobe dar, sondern auch für das Gegenüber. Denn natürlich sollte man als Nachwuchstalent dem einstellenden Büro oder Unternehmen auf den Zahn fühlen, um ein realis- tisches Gefühl für den späteren Arbeitsplatz zu bekommen. Welche Aufgaben erwarten mich konkret, welche möglichen Bonusleistungen werden zusätzlich zum Gehalt angeboten? Wie ist die Atmosphäre unter den Kollegen, wie wird die Frage der Work-Life-Balance gehandhabt? Wenn beide Seiten ihre Karten offen auf den Tisch legen, kommt es zwar nicht un- bedingt zu einem Angebot oder gar der Vertragsunterzeich- nung. Aber wenn doch, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sowohl der Youngster im Büro als auch dessen erster Chef mit seinem Team von der Stellenbesetzung profitieren. uv Fachkräftemangel bei Bauingenieuren Anfang 2026 veröffentlichte der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) aktuelle Zahlen zum Arbeitsmarkt für Ingenieure. Dem- nach reduzierte sich im dritten Quartal 2025 die Gesamtzahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um deutliche 23 Prozent auf 99.470. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsfeldern waren zum Teil erheblich: Informatikberufe bei- spielsweise verzeichneten einen Rückgang des Stellenangebo- tes um 37,7 Prozent. Ungünstig entwickelte sich auch die Ar- beitslosigkeit: Über alle Berufsfelder gerechnet nahm sie um 17,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Auch hier zeigt sich ein unterschiedlicher Trend je nach Berufsfeld: Die Arbeitslo- sigkeit in den Bauingenieurberufen stieg nur um 7,4 Prozent – ein weit unterdurchschnittlicher Wert. Trotz dieses Abschwungs konstatiert der VDI-Bericht einen deutlichen Fachkräftemangel, am gravierendsten in den In- genieurberufen Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Archi- tektur. Hier kamen im 3. Quartal des letzten Jahres 306 offene Stellen auf 100 arbeitslose Ingenieure (sog. Engpasskennzif- fer). In den kommenden Jahren dürfte laut VDI durch Digita- lisierung und Klimaschutz, aber auch durch Investitionen in Infrastruktur und steigende Ausgaben für die Verteidigung der Bedarf an Beschäftigten in Ingenieur- und Informatikberufen wieder zunehmen. Dazu sei mit einem stark steigenden de- mografischen Ersatzbedarf zu rechnen. Gleichzeitig würden die Zahl der inländischen Studienanfänger in den Ingenieur- wissenschaften und die MINT-Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern sinken. Positiv bewertet der Verband, dass bereits in den letzten Jahren die Zuwanderung stark zur Fachkräftesi- cherung in den Ingenieur- und Informatikberufen beigetragen hat. So stieg der Anteil der ausländischen Beschäftigten in den Ingenieurberufen von 6 Prozent Ende 2012 auf 11,4 Prozent im März 2025. uv DEN TRAUMBERUF FINDEN Jobsuche und Bewerbung
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2MTgy