Talis 2026

55 DEN TRAUMBERUF FINDEN 5 = sehr schlecht). Mit deutlichem Abstand folgten die Bereiche „Technische Planung“ (2,7), „Lebenszyklusplanung / ressourcen- schonende Planung / LowTech-Planung“ (3,0) sowie „Baurecht / Vergaberecht“ (3,3). Mehrheitlich als schlecht oder sogar sehr schlecht wurde die praktische Relevanz des Studiums in den Seg- menten „Terminplanung“, „Wirtschaftliche Planung“ (je 3,5) und „Bauleitung“ (4,1) bewertet. Juniormitglieder der Fachrichtung Innenarchitektur gaben vergleichbare Noten. Fehlende Praxiserfahrung aufholen „Learning by doing“ lautet angesichts dieser lückenhaften Vorbe- reitung in der Theorie die Maxime in der zweijährigen Praxisphase nach dem Studium, wenn man in allen HOAI-Leistungsphasen Projekte übernimmt und gleichzeitig Fortbildungspunkte auf Seminaren und anderen fachlichen Veranstaltungen sammelt. Das ist zwar einerseits eine Doppel-Belastung, andererseits aber auch die Chance, sich zu spezialisieren und fehlende Kompeten- zen zu erwerben. Bauleitung, Ausschreibungsmodalitäten, Ener- gieeffizienz, BIM – die Architektenkammern bieten verschiedene Weiterbildungsformate zu allen möglichen berufspraktischen Themen an. Einige der 16 Länderkammern schreiben zudem be- stimmte Fortbildungen oder Stundenzahlen als Voraussetzung vor, um überhaupt in die Kammerliste eingetragen zu werden. Erst nach diesem Schritt darf man die gesetzlich geschützte Be- rufsbezeichnung „Architekt“ tragen und erhält das Recht, Bauan- träge einzureichen. Um den Nachwuchs bis zu diesem offiziellen „Ritterschlag“ zu unterstützen, haben einige Kammern die Möglichkeit einer Junior-Mitgliedschaft eingeführt, wie jetzt zum Jahresende 2025 die Architektenkammer Saarland (AKS). „Wir schließen die Lücke zwischen Studium und Kammermitgliedschaft“, erläutert der ehemalige AKS-Präsident Alexander Schwehm auf DAB Online. Der größte Pluspunkt sei das Netzwerk Gleichgesinnter, das sich die Juniormitglieder aufbauen könnten, ergänzt Schwehm. Mentor-Programme nutzen Parallel kann der Erfahrungsaustausch mit erfahrenen Kolle- gen – sowohl am Arbeitsplatz als auch bei Branchenveranstal- tungen – die aufregende Startphase erleichtern. So lautet der Rat von Experten der Beratungsplattform Karrierecoaches.de: permanent Feedback geben und einfordern, gerade als Neuling, und sich nicht zurückziehen, wenn man bei einem Projekt nicht weiterkommt. Stattdessen gelte es, sich fachlichen Input einzu- holen, um selbst aus einem Fehler lernen zu können. Einstieg in den Beruf Bewertung der Praxistauglichkeit des Hochschulstudiums* Fachrichtung Architektur 57 % 12 % 8 % 24 % 39 % 20 % 9 % 3 % 17 % 41 % 24 % 15 % 5 % 14 % 28 % 31 % 23 % 3 % 12 % 28 % 43 % 15 % 3 % 5 % 12 % 35 % 46 % 35 % 31 % 37 % 5 % 14 % 6 % 3 % Ø 1,5 Ø 2,7 Ø 3,0 Ø 3,3 Ø 3,5 Ø 3,5 Ø 4,1 Gestaltende Planung Technische Planung Lebenszyklusplanung / ressourcenschonende / LowTech-Planung Baurecht / Vergaberecht Terminplanung Wirtschaftliche Planung Bauleitung Quelle: BAK / Grafik: Talis * Wie gut oder schlecht fühlen Sie sich durch Ihr Studium in den folgenden Bereichen für die Berufspraxis ausgebildet? Basis: Juniormitglieder der Fachrichtung Architektur (N = 313) / Ø-Wert auf einer 5er-Skala von 1 = sehr gut bis 5 = sehr schlecht sehr gut gut mittel- mäßig schlecht sehr schlecht Den Bezug zur Praxistauglichkeit verschiedener Lehrinhalte für das Berufsleben macht die „Architekturbefragung 2025“ der Bundesarchitektenkammer deutlich. Während die gestaltende Planung für die Praxistauglichkeit überwiegend als gut bis sehr gut bewertet wird, ist das Thema Bauleitung an den Hochschulen offensichtlich praxisfern oder nicht vorhanden..

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