Talis 2026

94 einem Modell zusammengeführt und Abhängigkeiten besser erkannt werden. „Wir entwickeln bauwerksspezifische Objekt- kataloge mit parametrisierten Bauteilen und standardisierte Projektvorlagen, damit die Kolleginnen und Kollegen aus unse- ren verschiedenen Unternehmen ihre Planungsdaten reibungs- los austauschen können. Dadurch können wir die Qualität un- serer Liefergegenstände merkbar erhöhen“, berichtet Stephan Müller. Bei der KI-Nutzung liegen die Schwerpunkte derzeit auf Re- cherche und Wissensmanagement, Texterstellung und -bear- beitung, Datenanalyse und Programmierunterstützung. Darü- ber hinaus hätten viele Mitarbeiter bereits eigene KI-Agenten für spezifische Aufgaben erstellt, die nun als Teamressource genutzt würden, ergänzt der Digital Transformation Manager. Aber auch im Projektmanagement würden digitale Werkzeuge verwendet, führt Müller aus: „Wir setzen auf datenbasierte Steuerung mit KPI-Dashboards zur Statusverfolgung. Gleich- zeitig reduzieren wir administrative Last durch Workflow-Au- tomatisierungen – wiederkehrende, regelbasierte Tätigkeiten werden automatisiert, damit unsere Mitarbeitenden sich auf die eigentliche Ingenieurarbeit konzentrieren können.“ BIM-Kompetenz wird zudem bei zahlreichen Akquisitionen im Infrastrukturbau eingesetzt, was dem operativen Planungs- team laut Stephan Müller einen entscheidenden Vorteil ver- schafft. So sei ein anschauliches Beispiel für den Mehrwert di- gitaler Methoden der Neubau der Schleuse Neukölln in Berlin. Für die Berliner Senatsverwaltung entstand zunächst ein digi- tales Bestandsmodell des Neuköllner Schifffahrtskanals mit all seinen kreuzenden und umliegenden Bauwerken, basierend auf der Kombination von BIM und GIS. Die gesamte innerstäd- tische Infrastruktur wurde modelliert, inklusive der Simulati- on einer Schiffsdurchfahrt als Animationsfilm. Dieses Projekt stellte der Digital Transformation Manager auch auf der BIM World Munich vor. Inzwischen beschäftigten sich die Kollegen mit der modellbasierten Instandsetzungsplanung der Wasser- straße, ergänzt er. Gemeinsam an einem Strang ziehen Die Motivation für die kontinuierliche digitale Weiterentwick- lung schöpfen Stephan Müller und sein Team aus dem gemein- samen Arbeiten und den regelmäßigen Dialogen: „Wenn ich sehe, wie jemand ein neues Tool ausprobiert und feststellt, dass es die Arbeit tatsächlich einfacher macht, ist das der bes- te Antrieb“, betont der Digital Transformation Manager, der schon früh das BIM-Café für den Wissensaustausch ins Leben gerufen hat. Dort präsentieren BIM-Champions aus der gesam- ten Dorsch Europe in Impulsvorträgen Anwendungsfälle, inno- vative Lösungsansätze oder sogenannte „Lessons Learned“, das sind kritisch reflektierte Erkenntnisse aus abgeschlossenen Projekten mit allen Fehlern und Erfolgen. „Eine wichtige Quelle für Anregungen ist für mich das Kom- petenznetzwerk ,Building Smart‘. Ich bin dort als Sprecher der Fachgruppe ,Change in der Bau- und Immobilienwirtschaft‘ im Austausch mit Branchenpartnern zur Digitalen Transformati- on und was das in der Praxis wirklich bedeutet: kulturell, or- ganisatorisch, methodisch. Das ist für mich außerordentlich Kurzvita Stephan Müller Dipl.-Ing. (FH) Stephan Müller ist Digital Transformation Manager bei Dorsch Europe und leitet das Department of Digitalization. Der Bauingenieur studierte in Bremen und ist zertifizierter BIM Professional sowie KI Manager. Seit 2012 bei Dorsch Europe tätig, prägte er maßgeblich den Aufbau der BIM-Kompetenz, gründete ein unternehmensübergreifendes BIM-Kernteam und etablierte das BIM-Café. Heute verantwortet er die strategische Digitalisie- rung aller neun Unternehmen sowie die Integration von KI und Automatisierung. Ehrenamtlich engagiert sich Stephan Müller im Kompetenznetzwerk buildingSMART Deutschland als Sprecher der Fachgruppe „Change in der Bau- und Immobilienwirtschaft – Digitalisierung gestalten“. Digitales Planen und Bauen DER DIGITALE KOLLEGE

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