Talis 2026
96 Tools für die Praxis DER DIGITALE KOLLEGE International wettbewerbsfähig bleiben Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland in puncto Digitalisierung hinterher. Damit Architektur- und Planungsbüros nicht den Anschluss an internationale Planungsprojekte verlieren, stellt die europäische Plattform Arch-e verschiedene digitale Werkzeuge bereit. I m Rahmen des europäischen Projekts Arch-e (The European Platform for Architectural Design Competitions) entstand zwischen 2023 und 2026 eine kostenfreie Informations- plattform, die Transparenz, Zugänglichkeit und Qualität im Wettbewerbswesen gezielt verbessert. Dazu erarbeitete die Bundesarchitektenkammer mit zahlreichen europäischen Ko- operations- und Forschungspartnern gemeinschaftlich unter Federführung der österreichischen Bundeskammer der Zivil- techniker:innen digitale Infrastrukturen. „ARCH-E versteht sich ausdrücklich als niederschwelliges Angebot, das strukturelle Hürden abbauen soll, die bislang vie- le Büros von einer aktiven Teilnahme am europäischen Wett- bewerbsgeschehen abgehalten haben“, betont Anja Kranz, Referentin für Internationalisierung bei der Bundesarchitek- tenkammer, die an dem Projekt mitarbeitete. Auf der frei zu- gänglichen und in Englisch gestalteten Plattform www.arch-e. eu erhalten junge Architektinnen und Architekten sowie kleine und mittlere Planungsbüros daher digitaleWerkzeuge, um bes- sere Beteiligungsmöglichkeiten an internationalen Planungs- wettbewerben zu haben. Informations- und Entscheidungsgrundlage Das Arch-e Glossar (arch-e.eu/glossary ) für 14 verschiedene Länder übersetzt nicht nur Fachbegriffe in die jeweiligen Spra- chen, sondern erläutert auch die Besonderheiten nationaler Wettbewerbssysteme. Denn gerade im internationalen Kon- text, in dem unterschiedliche juristische und organisatorische Rahmenbedingungen aufeinandertreffen, wird sprachliche und systemische Klarheit zu einem entscheidenden Faktor. Er- gänzend dazu liefert die ADC Map (arch-e.eu/adc-map ) einen detaillierten strukturierten Überblick über nationale Wettbe- werbssysteme, rechtliche Grundlagen und statistische Kenn- zahlen. Architekten und Planer, die ihre Tätigkeit über Län- dergrenzen hinweg ausweiten möchten, erhalten somit eine fundierte Informations- und Entscheidungsgrundlage. Zu den auf der Plattform bereitgestellten digitalen Werk- zeugen zählt allen voran das Evaluations-Tool (arch-e.eu/ adc-evaluation). Das Bewertungssystem berücksichtigt die neun Regeln des Architects‘ Council of Europe (ACE) für Ar- chitekturwettbewerbe. „Faire und transparente Wettbe- werbsregeln und eine transparente Organisation bilden die Grundlage für einen Prozess, der zu Konzepten von hoher ar- chitektonischer Qualität führt“, hebt Anja Kranz hervor. Sie ergänzt: „Auch wenn Architekturwettbewerbe auf den ersten Blick komplexer als andere Verfahren erscheinen, zeigen Daten tatsächlich realisierter Projekte, dass die Zeitrahmen für die Bauzeit im Vergleich zu anderen Formen der Auftragsvergabe kürzer sein können bei vielfach geringeren Projektbudgets für die Errichtung der Gebäude.“ Als besonders hilfreich für die Nutzer dieses Tools sieht die Referentin an, dass diese am Ende ihrer eingegebenen Antworten eine Auswertung ihres Wettbe- werbs in einem Diagramm mit Erläuterungen erhalten. Damit richte sich Arch-e nicht nur an Teilnehmer, sondern auch an Auslobende und Institutionen, führt sie aus. Mehr als nur ein Tool-Set Neben den digitalen Anwendungen liefert das Projekt auch fun- dierte Analysen. Die sogenannte Arch-e Map on ADCs sowie das White Paper gibt es in den entsprechenden Projektpartner- sprachen und als Printversion. Sie bündeln Forschungsergeb- Kurzvita Anja Kranz Anja Kranz ist seit 2022 Referentin für Internationalisierung, Mit- gliederkommunikation und Veranstaltungsmanagement beim Netzwerk Architekturexport NAX der Bundesarchitektenkam- mer. Von 2023 bis 2026 war sie zudem mit der Projektleitung für die BAK innerhalb des EU-geförderten Creative Europe Projects ARCH-E (European Platform for Architectural Design Competi- tions) betraut. Bevor sie zur BAK kam, war die Kommunikations- wissenschaftlerin unter anderem als Referentin und Senior Mana- gerin in den Bereichen Keyaccount, Konzeption und strategische Partnerschaften in Kultur, Wirtschaft und Verbandswesen im In- und Ausland tätig.
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