Talis 2026

122 aktuell der Hauptbahnhof Zwickau auf sechs Kilometern Länge komplett beplant: Alle Ingenieurbauwerke werden erneuert. Es gibt einen Spurplan und neue Personenverkehrsanlagen. Dar- über hinaus werden 3.400 Meter Lärmschutzwände errichtet und eine moderne elektrische Stellwerkstechnik implemen- tiert. „Durch den Umbau wird die Fernverkehrslinie IC 17 Mün- chen-Dresden-Rostock und eine Zielfahrzeit von 60 Minuten zwischen Leipzig und Zwickau möglich. Darüber hinaus wird durch den Ausbau des 740-Meter-Netzes ein Kapazitätsengpass beimGüterverkehr zum VW-Werk in Mosel aufgelöst“, zählt Jens Unger die Ziele des Projektes auf. Die Umsetzung ist jedoch auch mit besonderen Herausfor- derungen verbunden. So müssen die kompletten Umbauarbei- ten nicht nur bei laufendem Betrieb erfolgen, es sind zudem eine bauzeitliche Umfahrung und die Installation von Interims- bahnsteigen notwendig. „Gerade bei einem elektrischen Stell- werkstechnik-Projekt halten wir den Einsatz von BIM für beson- ders wertvoll, weil Leit- und Sicherungstechnik hochkomplex und eng mit Fahrweg, Oberbau und Hochbau verknüpft sind. Ein integriertes BIM-Modell schafft hier eine Planungsqualität, die mit klassischen 2D-Methoden kaum erreichbar wäre, und redu- ziert Überraschungen auf der Baustelle erheblich“, erläutert Jörg Meitzner. Bahnhof als Herzstück städtischer Mobilität Mit der Neugestaltung des Bahnhofsumfelds in Cottbus wird eine andere Facette der Arbeit von German Rail Engineering sichtbar. Im Mittelpunkt steht hier nicht der klassische Gleisbau, sondern die Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsträger in ei- nem urbanen Kontext. Der Bahnhof wurde zum zentralen Ver- knüpfungspunkt, an dem Bahn, Straßenbahn, Bus, Fahrrad und Auto intelligent zusammenkommen: „Hierfür galt es, das Stra- ßenbahnliniennetz neu zu strukturieren, einen neuen Busbahn- hof zu planen, den Bahnhofsplatz zu einer urbanen Adresse mit Aufenthaltsqualität aufzuwerten, einen Langzeitparkplatz für Pendler zu schaffen und für die konsequente Barrierefreiheit zu sorgen“, zählt Jens Unger auf und fügt hinzu: „Das neugestal- tete Gebiet umfasste zwei hochbelastete innerstädtische Kno- tenpunkte. Zusätzlich wurden für die Neugestaltung des Bahn- hofsumfeldes angrenzende städtebauliche Entwicklungsflächen miteinbezogen.“ Konsequent wurde auch das Thema Klimaanpassung be- rücksichtigt: Für die Versickerung von Oberflächenwasser wurden Mulden und Sickerflächen eingeplant, es gibt Reini- gungsanlagen am Busbahnhof und eine gezielte Einleitung in die Vorflut. „In einer Stadt wie Cottbus, mitten im Struk- turwandel, ist eine attraktive Mobilitätsinfrastruktur ein we- sentlicher Faktor für Standortqualität und gesellschaftliche Teilhabe. Es ist immer wieder schön, wenn eine Planung auch gebaut wird und man die fertig gebauten Anlagen sieht“, bringt es Geschäftsführer Jörg Meitzner, der solche Projek- te seit drei Jahrzehnten begleitet, auf den Punkt. Jens Unger ergänzt: „Ich bin der festen Überzeugung, dass ein leistungs- fähiger Schienenverkehr die Basis für die Verkehrswende ist. Werfen Sie nur mal einen Blick in die Schweiz: Da hinken wir in Deutschland seit Jahrzehnten hinterher.“ Diese Lücke zu schließen, daran arbeite die GRE mit jedem Projekt, betonen die Geschäftsführer. Ausschreibungen gezielt auswählen Im Bereich des Gleisbaus und der damit verbundenen Ingeni- eurbauwerke gibt es viel zu tun, vor allem zu modernisieren und umzugestalten. Jeden Auftrag und jede Ausschreibung kann GRE daher nicht annehmen. „Wir schauen uns die Aus- schreibungen genau an und fragen uns: Passt das zu dem, was wir gut können? Haben wir die richtigen Leute dafür? Und stimmen die Rahmenbedingungen, also Zeitplan, Budget und die Bereitschaft des Auftraggebers, partnerschaftlich zusam- menzuarbeiten“, erklärt Jörg Meitzner, den vor allem fachlich anspruchsvolle Projekte reizen, bei denen er und sein Team ihr Gleisbau PROJEKTE & KONZEPTE Kurzvita Jörg Meitzner Dipl.-Ing. Jörg Meitzner ist Geschäftsführer der GRE German Rail Engineering GmbH am Standort Dresden. Nach einer Ausbildung in der Eisenbahnbautechnik studierte er Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Eisenbahnbau in Dresden. Bereits während des Stu- diums begann er als Werkstudent bei GRE und ist dem Unterneh- men seit über 33 Jahren verbunden. Er leitete früh bedeutende Bahn-Großprojekte, darunter die Ausführungsplanung für die Aus- baustrecke Leipzig-Dresden, und verantwortete ab den 2000er-Jah- ren zentrale GRE-Projekte. Jörg Meitzner war Niederlassungsleiter und später Prokurist für den Standort Dresden von 2013 bis 2020. Danach übernahm er die Geschäftsbereichsleitung Rail Deutsch- land und führt die GRE seit Dezember 2022 gemeinsam mit Jens Unger.

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