Talis 2026
22 sind Kenntnisse in Tragwerksplanung, Tiefbau sowie im Pro- jekt- und Genehmigungsmanagement. Darüber hinaus spielt die Planung von Zuwegungen, Netzanschlüssen und Kabel- trassen eine wichtige Rolle – komplexe Infrastrukturaufgaben, die interdisziplinäres Arbeiten erfordern, wissen die Experten. Architekten wiederum können ihre gestalterischen Kompeten- zen einbringen, insbesondere wenn es um die Einbindung von Windkraftanlagen in das Landschaftsbild geht. Insgesamt bie- te die Branche für junge Fachkräfte beste Chancen, innovative technische Lösungen mit dem Ziel einer nachhaltigen Energie- versorgung zu verbinden, betonen Fachleute. Eintauchen in Erlebniswelten Architekten und Bauingenieure sind heute nicht mehr aus- schließlich Planer von Gebäuden oder Statiker, sondern da- rüber hinaus auch Konzeptionisten, Erzähler, Analysten und zunehmend Entwickler neuer (Erlebnis-)Welten. Ganz gleich, ob im Freizeitpark, für Ausstellungen oder auch im Bereich Ga- me-Design – hier werden Räume zu Medien, die Geschichten transportieren und Emotionen erzeugen. Für solche Tätigkeiten reicht das klassische Entwurfswissen nicht mehr aus. Gefragt sind zusätzlich Fähigkeiten im Storytelling, ein Verständnis für Raumdramaturgie und Inszenierung, der sichere Umgang mit digitalen Werkzeugen und Visualisierungssoftware, interdis- ziplinäre Zusammenarbeit und kreative Abstraktion. Wer ein Faible für Themenparks, Messebau oder auch Gaming hat, soll- te in diese Bereiche hineinschnuppern, Erfahrungen sammeln und prüfen, ob dies ein möglicher Arbeitsplatz sein könnte. Ein Beispiel für solch einen Werdegang ist Markus Oßwald. Der Diplom-Bauingenieur (FH) mit Vertiefungsrichtung Was- serbau war auf vielen Baustellen rund um die Welt im Einsatz, bevor er im März 2022 Senior Project Manager Merlin Magic Making am Legoland-Standort Günzburg wurde. Hier zeichnet er für den Bau von neuen Hotels, Restaurants und Spielplätzen gemäß Themebooklet verantwortlich. Außerdem betreut er neue Lego-Themenbereiche inklusive der Anpassungen der In- frastruktur und Mitarbeiterwohnungen sowie die Sanierungen von Bestandsbauten. Büros wie VAVE in Offenbach arbeiten an der Schnittstelle von Architektur, Kommunikation und Insze- nierung und schaffen temporäre Räume für Museen, Messen oder Marken. In diesen Projekten wird der Raum selbst zur Büh- ne, der Besucher zum Teil einer inszenierten Erfahrung. Archi- tektonisches Denken bleibt zwar zentral, wird jedoch ergänzt durch Kenntnisse in Markenkommunikation, Grafik und media- ler Gestaltung. Digitale Welten erobern Einige Architekten verlassen den Maßstab des Gebäudes und arbeiten im Bereich des Produktdesigns. Dieser Weg wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts von Architekt Peter Beh- rens beschritten, der als Gestalter für die AEG nicht nur Ge- bäude, sondern ganze Produktwelten – von Elektrogeräten bis hin zur Corporate Identity – prägte. Auch heute noch entde- cken einige Planer diese neue berufliche Perspektive für sich, beispielsweise durch zusätzliche Designausbildungen, Koope- rationen mit Herstellern oder erste eigene Entwürfe, die in Wettbewerben oder experimentellen Projekten entstehen. Ein zeitgenössisches Beispiel ist der deutsche Architekt und Bauingenieur Werner Sobek, der mit seinem Büro für nachhal- tiges Engineering und Design steht. Seine Entwürfe reichen von konstruktiven Bauteilen bis hin zu Möbeln und zeigen, wie eng Architektur, Ingenieurwesen, Produktgestaltung und innova- tive Lösungen mit minimalem Materialverbrauch miteinander verwoben sein können. Berufe mit Weitblick EINFACH LOSLEGEN Kurzvita Markus Oßwald Markus Oßwald ist seit März 2022 Senior Project Manager Merlin Magic Making am Legoland-Standort Günzburg.
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