Talis 2026
24 Öffentlicher Dienst EINFACH LOSLEGEN Baureferendariat im Aufwind Der öffentliche Dienst steht mit Themen wie demografischer Wandel, steigende Anforderungen an Planung und Genehmigung sowie Digitalisierung und Nachhaltigkeit vor tiefgreifenden Herausforderungen. Gerade in der staatlichen und kommunalen Bauverwaltung wächst daher der Bedarf an qualifizierten Nachwuchskräften. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Baureferendariat. D as Baureferendariat, auch als Vorbereitung für den hö- heren technischen Verwaltungsdienst im öffentlichen Bauwesen bekannt, gewinnt derzeit bei jungen Archi- tekten und Bauingenieuren deutlich an Attraktivität. Das zei- gen nicht nur die steigenden Bewerberzahlen, sondern auch die zunehmend vielfältigen Karrierewege, die diese Zusatz- qualifikation der staatlichen Hochbauverwaltungen für den höheren technischen Verwaltungsdienst eröffnet. „Wir haben nach einem Tiefpunkt um das Jahr 2021 herum seitdem jährlich steigende Bedarfs- und Bewerberzahlen“, erläutert Evelin Lux, Vizepräsidentin der Bundesarchitektenkammer (BAK) und Re- feratsleiterin für Personalgewinnung, Ausbildung und Fortbil- dung im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Ihrer Meinung nach spielt die aktuelle Situation der Bauwirtschaft dem öffentlichen Dienst in die Karten: Während private Bauunternehmen teils stark unter Druck stünden, biete die öffentliche Bauverwaltung stabile Perspektiven und lang- fristige Sicherheit. Derzeit seien rund 150 Baureferendarinnen und Baureferendare bundesweit in der Bauverwaltung tätig. Inhaltlich ist die Zusatzqualifizierung des Baureferendariats bundesweit weitgehend vergleichbar, auch wenn die Titel nach bestandener Abschlussprüfung variieren. Wer sich später Bau- assessorin/Bauassessor oder Regierungsbaumeister nennen möchte, muss ein zweijähriges Traineeprogramm der staatli- chen Hochbauverwaltungen für den höheren technischen Ver- waltungsdienst absolvieren, das mit unterschiedlichen Aus- richtungen sowohl von den Bundesländern als auch vom Bund angeboten wird. Voraussetzungen für die Zusatzqualifizierung Dafür bewerben können sich alle Absolventen eines Archi- tektur-, Bauingenieur-, Stadtplanungs- oder Landschafts- Das Baureferendariat bietet für Nachwuchskräfte ein breites Tätigkeitsfeld: vom Verwaltungsbau über Hochschul- und Klinikbauten bis hin zu Museen und Theatern sowie anderen anspruchsvollen Großprojekten.
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