Talis 2026

32 Auslandserfahrungen sammeln EINFACH LOSLEGEN Potenzial außerhalb der Komfortzone entdecken Für die Architektin Camilla Flora Ludwig ist der Schritt ins Ausland kein akademischer Zwischenschritt, sondern eine bewusste Entscheidung für einen Perspektivwechsel. Mehr als einmal bewegte sie sich aus ihrer Komfortzone, um Architektur im Kontext sozialer, ökologischer und politischer Fragestellungen zu erleben. D ie Entscheidung, mein gesamtes Masterstudium im Aus- land zu absolvieren, entstand aus meinem Bedürfnis, meine eigene Perspektive auf Architektur bewusst zu erweitern“, sagt Camilla Flora Ludwig. Die angehende Architekt- in versteht ihr Berufsfeld als soziale Disziplin: „Als etwas, das immer in konkrete Lebensrealitäten eingebettet ist und daher nicht isoliert losgelöst von unterschiedlichen Kontexten gedacht werden kann“, erläutert sie. Aus diesem Grund war es Ludwig wichtig, außerhalb ihres vertrauten Umfeldes neue Ansätze und Denkweisen kennenzulernen. Während eines Auslandssemesters in Paris sei sie fachlich und persönlich enorm gewachsen, berichtet sie. „Als besonders bereichernd empfand ich es, neue Lehransätze kennenzulernen und diese mit meinem bisherigen Wissen zu verknüpfen“, blickt Camilla Flora Ludwig zurück. Dies vertiefte sie in Nepal durch ei- nen fünfmonatigen Aufenthalt sowie die Planung und Realisie- rung eines Bauprojekts vor Ort. Dort habe sie nicht nur ihre Rolle innerhalb der Architektur neu reflektiert, sondern auch erkannt, welchen Wert der Austausch mit unterschiedlichen Lebensreali- täten und Wissensformen habe, betont sie. Verschiedene Lehransätze kennenlernen Den Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium nutzte Ludwig bewusst als Zäsur. Nach einer fundierten, techni- schen Ausbildung ging es ihr nun darum, ihre architektoni- sche Haltung weiter zu schärfen und theoretisch wie räumlich zu vertiefen. „Im Masterstudium wollte ich mich stärker mit forschungsbasierten Fragestellungen auseinandersetzen und diese mit meinem gestalterischen Arbeiten verbinden!“, be- richtet die Studierende, für die Architektur nicht nur Anwen- dung, sondern auch kritische Reflexion und das Hinterfragen bestehender Strukturen bedeutet. Gleichzeitig sei ihr klarge- worden, dass ein Semester oft nicht ausreiche, um an einem Ort wirklich anzukommen. Deshalb entschied sich Camilla Flora Ludwig, den Master im Ausland zur langfristigen Vertie- fung zu nutzen. Ihre Wahl fiel auf die Bartlett School of Architecture in Lon- don. Ausschlaggebend war nicht zuletzt deren experimenteller Ansatz. „Was mich besonders angezogen hat, war der grund- legende Unterschied im Lehransatz: Im Vergleich zu meiner bisherigen Ausbildung steht an der Bartlett weniger das fertige Camilla Flora Ludwig hat während ihrer Zeit an der Bartlett experimentelle Ansätze im Modellbau erlernt.

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